Wladimir Putin
Die Annexion der Krim durch Putins Russland jährt sich in wenigen Wochen zum dritten Mal.

Die Annexion der Krim durch Putins Russland jährt sich in wenigen Wochen zum dritten Mal.

dpa

Die Annexion der Krim durch Putins Russland jährt sich in wenigen Wochen zum dritten Mal.

Neuland. Die „Fake News“, belehrte Jürgen Kaube in dieser Woche seine Leser, seien gar nicht das eigentliche Problem. Das Problem sei die Empfänglichkeit für sie. „Niemand kann dazu gezwungen werden, den Irrtum seiner selbstverfertigten Projektionen einzusehen, außer, vielleicht, durch deren Scheitern“, irrte Kaube so gründlich, aber auch so intelligent, wie man das von einem FAZ-Herausgeber erwarten darf (sein Text hier: goo.gl/5s6Izd). Der Medienkritiker Stefan Niggemeier findet die in Deutschland gerade grassierende Angst, dass Wahlen in Zukunft durch „Fake News“ beeinflusst werden könnten, sogar „ein bisschen niedlich“ (siehe hier: goo.gl/0RXLqy), weil die gleichzeitig nicht gegen „Bild“ gekämpft werde.

Den Produzenten von politischen Fake News geht es nicht um die Wahrheit; das ist in deren Augen bloß ein Verkaufs-Etikett. Es geht ihnen um die Wirkung. Die staatlich gesteuerte Desinformation, die dem Kreml inzwischen bis zu 500 Millionen US-Dollar jährlich wert ist, will keine „andere“ Wahrheit in Westeuropa verbreiten. Putins Desinformation will verwirren und verstören. Sie ziele, so beschrieb es US-Botschafter John B. Emerson vor zwei Jahren bei der grünen Heinrich-Boll-Stiftung „vielmehr darauf ab, eine Parallelversion der Realität zu präsentieren und so darüber zu berichten, als handele es sich um Nachrichten. Ziel des Kreml ist es, dass die Menschen den Wert der Medien an sich infrage stellen; er lehnt die Vorstellung von einer absoluten Wahrheit ab und will die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass „Wirklichkeit“ relativ ist.“ (ganzer Beitrag hier: goo.gl/Fo2KsM)

Wie die „EU East StratCom Task Force“ berichtete, konzentriert sich die die russische Propaganda derzeit thematisch wieder auf die Ukraine, beackert aber vor allem das Inland. Die Botschaften an das russische TV-Publikum: Russische Präsenz in der Ost-Ukraine ist eine Erfindung westlicher Medien, Russland hat kein ukrainisches Gebiet besetzt, kämpft dort nicht. Und die Krim wurde nur annektiert, um sie vor der Zerstörung zu bewahren. Die thematische Häufung ist schnell erklärt: In wenigen Wochen jährt sich zum dritten Mal die Besetzung der Krim durch „kleine grüne Männchen“ und die anschließende illegale Annexion durch Russland. Die direkten Informationen der EU Task Force (auf Englisch) gibt es hier: www.euvsdisinfo.eu.

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