Bundesnachrichtendienst
Den deutschen Geheimdiensten gelang es ebenfalls, mehr als zehn Jahre die Blutspur der Nazi-Terror-Morde des NSU zu übersehen.

Den deutschen Geheimdiensten gelang es ebenfalls, mehr als zehn Jahre die Blutspur der Nazi-Terror-Morde des NSU zu übersehen.

dpa

Den deutschen Geheimdiensten gelang es ebenfalls, mehr als zehn Jahre die Blutspur der Nazi-Terror-Morde des NSU zu übersehen.

Neuland. Das Papier ist geheim, soll rund 50 Seiten umfassen und in 13 Kapitel gegliedert sein. Es enthält nach einjähriger Arbeit die Sonderauswertung „Sputnik“ des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) und des Arbeitskreises „Psychologische Operationen“ des Bundesnachrichtendienstes (BND). Und es enthält aber angeblich nicht, was drin stehen sollte: Eindeutige Beweise für die politische Einmischung Russlands in Deutschland, zumindest nicht nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR (siehe hier: goo.gl/nWHdPS).

Da ja bekannt ist, dass es den deutschen Geheimdiensten ebenfalls gelang, mehr als zehn Jahre die Blutspur der Nazi-Terror-Morde des NSU zu übersehen, hier ein kleiner Adressen-Tipp für BfV und BND: Am Studio 16, 12489 Berlin, nach Ivan Rodionov fragen und sich einfach mal erläutern lassen, was seine Leute da den ganzen Tag treiben. Oder im „Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur“ an der Friedrichstraße mal Andrey Ivanovskiy ausrufen und sich seinen Begriff von Wissenschaft und Kultur erklären lassen. Aus was sonst als aus konkreter, lupenreiner, täglicher politischer Einmischung soll die russische Staatspropaganda von „RT Deutsch“ und „Sputnik“ denn wohl bestehen?

Momentan konzentriert sich die Kreml-Propaganda allerdings auf Frankreich, wo Putin den rechtsextremen „Front National“ und seine Kandidatin Marine Le Pen unterstützt. Wieder einmal war Wikileaks-Gründer Julian Assange zur Stelle, um „Sputnik France“ zum Auftakt zur Verbreitung von Gerüchten über den unabhängigen Präsidentschafts-Kandidaten Emmanuel Macron zu verhelfen: Unter Berufung auf Assange und einen französischen Republikaner aus dem Lager Villons streut Sputnik, Macron sei ein Lobbyist amerikanischer Banken, der seine 20 Jahre ältere Lehrerin geheiratet habe, um sein Doppelleben als Homosexueller zu tarnen (Sputnik auf Englisch hier: goo.gl/ShbAUM, eine gute deutsche Zusammenfassung bei der FAZ: goo.gl/2P8kNK).

Wahrscheinlich sähen BND und BfV das nicht als Beleg für politische Einmischung an, vermutlich halten sie Assange auch nicht für einen russischen Spion. Unter diesen Umständen eine umso bessere Nachricht ist es, dass unter Führung des Bayerischen Rundfunk bei der ARD nun eine öffentlich-rechtliche „Anti-Fake-News-Einheit“ entstehen könnte (siehe hier: goo.gl/sKurHe), richtig aufgehoben wäre sie allerdings bei ARD Aktuell in Hamburg, der Redaktion der Tagesschau.

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