Immer wieder tauchen bei Twitter gefälschte Accounts der Augsburger Bundestagsabgeordneten Claudia Roth auf. Eine der gröbsten Verbreiterinnen von Falsch-Zitaten und gefakten Fotos, der Ex-CDU-Abgeordneten Erika Steinbach, hat das nun Anwaltspost von Roth eingebracht.

Erika Steinbach
Die mittlerweile fraktionslose Erika Steinbach gerät mit dem Verbreiten von gefälschten Zitaten immer mehr ins Abseits.

Die mittlerweile fraktionslose Erika Steinbach gerät mit dem Verbreiten von gefälschten Zitaten immer mehr ins Abseits.

dpa

Die mittlerweile fraktionslose Erika Steinbach gerät mit dem Verbreiten von gefälschten Zitaten immer mehr ins Abseits.

Neuland. Selbst dem Bayerischen Rundfunk ist schon aufgefallen, dass kaum eine Politikerin in Deutschland im Netz so viel Hass und Fälschungen ausgesetzt ist, wie Claudia Roth (siehe goo.gl/HNPFU7). Immer wieder tauchen bei Twitter gefälschte Accounts der Augsburger Bundestagsabgeordneten auf (Claudia Roth twittert überhaupt nicht), vor allem aber werden der Grünen – wie vielen anderen auch – bei Facebook und sonstwo gefälschte Zitate untergeschoben.

Eine der gröbsten Verbreiterinnen von Falsch-Zitaten und gefakten Fotos, der Ex-CDU-Abgeordneten Erika Steinbach, hat das nun Anwaltspost von Roth eingebracht – und dem Netz eine bemerkenswerte Erklärung. Steinbach veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite am 22. Juni: „Widerruf: Ich habe in einem Bild von der Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth behauptet, sie habe im 2016 erklärt: "Wir sollten uns stärker an islamischen Werten orientieren. Der Islam bietet die Lösungsansätze, die wir brauchen, um sexuelle Übergriffe auf Frauen effektiv zu unterbinden" ICH STELLE DAZU FEST: CLAUDIA ROTH HAT SO ETWAS NICHT GEÄUßERT." Über den Widerruf hinaus bedaure ich diese Aussage, von der mir nicht bewußt war, dass es sich um eine Fälschung handelt!“ (siehe goo.gl/mhJhNC)

Bundestag - Gedenken an Helmut Kohl
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die mittlerweile fraktionslose Erika Steinbach sitzt während der Sitzung des Deutschen Bundestages in Berlin beim Gedenken an den verstorbenen ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl alleine in der letzten Reihe.

Wahrscheinlich war es Steinbach schlicht egal, denn im Verbreiten von gefälschtem Unsinn zum Zwecke der Hetze ist sie ja geübt. 2015 verbreitete sie als angebliches Zitat des Grünen-Politikers Daniel Cohn-Bendit, die Grünen müssten „so viele Ausländer wie möglich“ nach Deutschland holen. Dafür gab es außer bei der NPD keine Quelle; patzig erklärte Steinbach bei Twitter, sie schreibe keine Doktorarbeit, sondern sende, was ihr wichtig sei (siehe goo.gl/XMHxz6). Und das sind offenbar Fälschungen.

2016 verbreitete Steinbach ein Foto mit der Aufschrift „Deutschland 2030“, dass ein hellhäutiges, blondes Kind umringt von indischen und einmontierten schwarzen Kindern zeigte. Unter dem weißen Kind stand die Frage „Wo kommst Du denn her?“ Das Original-Foto, von Rassisten in vielen Ländern zur Untermauerung ihrer Überfremdungs-Behauptungen missbraucht, stammte von einem australischen Ehepaar und hatte mit Deutschland überhaupt nichts zu tun. Das Paar hatte seinen damals 18 Monate alten Sohn 2011 in einem indischen Kinderheim zusammen mit überraschten indischen Kindern aufgenommen (siehe goo.gl/qr9sQi).

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