In der Textsammlung „AfD - Bekämpfen oder ignorieren?“ beschreiben Politiker und Prominente ihre Gedanken zum Umgang mit der AfD.
Die AfD ist auf Facebook besonders kreativ.

Die AfD ist auf Facebook besonders kreativ.

dpa

Die AfD ist auf Facebook besonders kreativ.

Neuland. Die vermeintliche Weisheit, ein Bild sage mehr als 1000 Worte, ist eine Erfindung der Reklame-Industrie. Sie ist ein Vermarktungs-Slogan, mit dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitgehend textfreie Werbung auf Straßenbahnen verkauft werden sollte (siehe hier: goo.gl/NaSts0). In Wahrheit sagen Bilder allein häufig sehr wenig aus, wenn man den Kontext ihrer Entstehung nicht kennt. Das macht sie zu idealen Propaganda-Waffen, die man zur Untermauerungen von nahezu jedem Unfug nutzen kann, wenn der Betrachter nur unwillig oder bequem genug ist, auf eine Überprüfung zu verzichten.

Darauf setzt offenkundig die AfD bei ihren Bildmontagen auf Facebook. Was auch immer die AfD dort an Fotos verwendet, man kann sicher sein: In der Mehrzahl der Fälle hat das Foto mit der Textaussage entweder überhaupt nichts zu tun, oder aber es zeigt etwas völlig anderes, als der dazugehörige Text behauptet. Einen erhellenden Beitrag dazu hat kürzlich der NDR erstellt (siehe goo.gl/F0EpNh).

Dabei ist die Überprüfung schon allein mit Google ein Kinderspiel. Praktische Übung: Die absurde AfD-Behauptung aufrufen, deutsche Hilfsorganisationen machten sich zum Wassertaxi für Asylbewerber. Schritt 1.) Mit dem Google-Browser den Facebook-Post aufrufen (hier: goo.gl/yNtDl4). 2.) Mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und „Mit Google nach Bild suchen auswählen“ und in der erscheinenden Liste herausfinden: Es handelt sich um ein Symbolbild eines russischen Fotografen, dass mit dem Thema überhaupt nichts zu tun hat (siehe hier: goo.gl/4jA6EG).

Auffällig ist die AfD-Vorliebe für die Verwendung Fotos osteuropäischer Herkunft, so auch bei der Verwendung eines Buntstiftfotos (hier AfD: goo.gl/QRy5J6, hier russische Seite: goo.gl/PAzM74) für die Falschbehauptung, es gebe keinen rechtsextremen Vorfälle bei Kindern in Kindergärten (Beleg des Gegenteils: goo.gl/1isepw). Dieses Foto verwendet zudem auch der Berliner Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für seinen aktuellen Lehrerkalender (siehe goo.gl/g9ZWdL).

Etwas schwieriger (aber nicht sehr) ist die Überprüfung bei einer plumpen AfD-Fälschung mit einem Burka-Foto zu angeblichen „No Go“-Areas (goo.gl/F6P5op), von der die AfD behauptet, es sei in Duisburg-Marxloh aufgenommen. Um das Foto technisch zu überprüfen, muss man erst einen Screenshot machen. Um zu erkennen, dass es nicht aus Duisburg sein kann, reicht allerdings ein Blick auf die Bürgersteig-Pflasterung: Das ist Berlin (siehe goo.gl/252AQC).

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