Christian Scherg ist Reputationsmanager. Er kann den Ruf im Netz wieder herstellen.
Christian Scherg ist Reputationsmanager. Er kann den Ruf im Netz wieder herstellen.

Christian Scherg ist Reputationsmanager. Er kann den Ruf im Netz wieder herstellen.

Sergej Lepke

Christian Scherg ist Reputationsmanager. Er kann den Ruf im Netz wieder herstellen.

Heiße Luft und kalte Daten. Sie sind die Währung des Internets. Google und Bing, Twitter und Facebook, Amazon und Ebay lechzen nach Usern, ihren Postings, ihren Bildern, ihren Interessen und ihren Verbindungen. Jede Info zählt. Dafür locken sie mit Diensten wie Instagram, YouTube und Periscope. Text, Bild, Ton und Nutzerprofile offenbaren, was die Datensammler wissen möchten. Wer sich einmal darauf einlässt, klebt an Social Media wie die Fliege am Leim. Doch nicht nur in den narzisstischen Netzen verfangen sich unsere Daten, sondern auch in den Angeboten und Leistungen von Banken und Versicherungen, Automobilherstellern und Onlinehändlern, Rabattmarkendiensten und Clubcards. Orientierungslos sucht jeder sein Heil in den Daten, will wissen, wer und wo wir sind. Online-Strategien ohne Plan: Daten sind nicht der Weg, sondern das Ziel.

Weitgehend werden Unternehmenswerte auf der Basis der Userzahlen berechnet: viel Freund, viel Ehr‘. Umgekehrt zahlen die Nutzer im Internet für vorgebliche Gratisdienste mit ihren persönlichen Daten. Name, Geburtstag, Adresse, Bankverbindung, Jahreseinkommen, Freunde, Frau und Kinder, wir geben alles preis, wenn wir dafür etwas kostenlos erhalten. Und alles ist umsonst, denn was wir bekommen, hat keine Substanz. Wir tauschen Daten gegen Waren ohne Wert.

Die Datenblase wächst, bis das Geschäft platzt: Heiße Luft lässt Kurse steigen. Das war im Jahr 2000 bei der Dotcom-Blase nicht anders. Aggregierte Userdaten garantieren noch keinen Erfolg. Sagen sie tatsächlich, wer wir sind und was wir machen, woher wir kommen und wohin wir uns wenden, was wir haben und was wir wollen? Lassen sich unsere Wünsche und Handlungen vorhersagen, wenn nur genügend Informationen gesammelt wurden? Sind wir so leicht berechenbar? Wer folgt den Prognosen? Wer glaubt den Daten?

Noch erweist sich jedes Katzenbild als attraktiver als die kalkulierten Maßnahmen. Wir misstrauen den Datendieben. Der gläserne Mensch ist zerbrechlich wie das Geschäft, das mit ihm gemacht wird.

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