Berlin (dpa) - Skype preschte 2003 mit einem Angebot vor, das man kaum ausschlagen konnte: Telefonieren kostenlos, egal, ob man auf der anderen Straßenseite oder auf einem anderen Kontinent ist.

Der Dienst nutzt die Internet-Telefonie (VOIP/Voice over Internet Protocol), das heißt: Die Worte werden digitalisiert, in kleine Datenpakete zerlegt und über das Netz verschickt. Zusätzlich können die Nutzer wie bei anderen Messaging-Diensten miteinander Textnachrichten austauschen und sehen, wer gerade online ist. 2006 kam auch Videotelefonie dazu. Aktuell hat Skype mehr als eine halbe Milliarde registrierte Nutzer.

Kostenlos sind nur die Gespräche unter Skype-Nutzern. Will man im gewöhnlichen Telefonnetz anrufen oder mit einer Telefonnummer erreichbar sein, kostet das Geld. Das Geschäftsmodell sorgte für rasant steigende Nutzerzahlen - aber auch für schmale Erträge, weil die meisten natürlich das kostenlose Angebot bevorzugen.

Die Internet-Handelsplattform Ebay fand die Idee trotzdem so gut, dass sie Skype 2005 für 2,6 Milliarden Dollar kaufte. Eine Idee war, dass bei Ebay-Auktionen Interessenten über Skype Kontakt zum Verkäufer aufnehmen könnten. Skype konnte jedoch nie so recht in Ebay integriert werden und wurde nach Milliarden-Abschreibungen 2009 an Finanzinvestoren verkauft.

Danach kündigte Skype einen Börsengang an und hatte große Pläne: Mit dem Konzept «Skype Everythere» («Skype Überall») wollte der damalige Chef Josh Silverman den Dienst auf alle möglichen Geräte bringen, vom Kühlschrank bis zum Autoradio. Immerhin schaffte es Skype auf einige Fernseher, danach hörte man nicht mehr so viel von dem Konzept. Die Ausbreitung auf Smartphones wurde durch Konflikte mit Mobilfunk-Betreibern gebremst, die sich gegen VOIP in ihren Netzen sträubten. Mit einigen hat Skype inzwischen Kooperationen abgeschlossen, andere erlauben Internet-Telefonie gegen Aufpreis.

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