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Firmenlogo am Hauptgebäude des Software-Herstellers SAP in Walldorf: Das Urteil ist eine weitere Schlappe für SAP nach dem Fall Oracle:

Firmenlogo am Hauptgebäude des Software-Herstellers SAP in Walldorf: Das Urteil ist eine weitere Schlappe für SAP nach dem Fall Oracle:

dpa

Firmenlogo am Hauptgebäude des Software-Herstellers SAP in Walldorf: Das Urteil ist eine weitere Schlappe für SAP nach dem Fall Oracle:

Washington/New York (dpa) - Für SAP kommt es knüppeldick: Erst soll der deutsche Softwarekonzern wegen Datendiebstahls eine Milliardensumme an den Erzrivalen Oracle überweisen.

Nun verhängt eine texanische Jury auch noch eine Strafe von 345 Millionen Dollar wegen der Verletzung eines Patents der weithin unbekannten US-Firma Versata Software. SAP erwägt, gegen das Urteil vorzugehen.

«Wir schauen uns die Entscheidung an und wägen die rechtlichen Möglichkeiten ab», erklärte SAP am späten Montag (Ortszeit) in Washington. Dazu zähle auch eine Berufung. «Das ist noch keine endgültige Entscheidung», sagte ein Sprecher. Zwei von drei derartigen Patentklagen scheiterten am Ende. Der Fall dreht sich um eine Technik zur Preisermittlung.

Das Verfahren zieht sich bereits seit 2007 hin. 2009 hatte Versata einen Zwischenerfolg verbucht, als ein Gericht SAP zur Zahlung von knapp 139 Millionen Dollar verdonnerte. Doch der Fall wurde neu aufgerollt. Am Freitag folgte dann das neue, noch teurere Urteil, wie erst jetzt bekannt wurde. Versata feierte die Entscheidung als Erfolg gegen den «globalen Software-Giganten SAP».

Versata kämpft an mehreren Fronten gegen SAP. Der US-Konkurrent hatte sich im vergangenen Jahr bei der EU-Kommission in Brüssel beschwert, die Walldorfer wollten mit unlauteren Methoden Wettbewerber vom Markt verdrängen, indem SAP die Nutzung fremder Programme blockiere. Auch hier ging es um die Preis-Software. SAP ist Marktführer bei Programmen, mit denen Firmen etwa ihre Buchhaltung oder Kundenverwaltung erledigen.

In Texas treffen die Kontrahenten am 27. Mai wieder aufeinander: Das Bezirksgericht von Marshall setzte am Montag eine Anhörung für diesen Termin an.

Sollte sich das Urteil letztlich bestätigen, wäre dies eine weitere Schlappe für SAP nach dem Fall Oracle. Mitarbeiter einer SAP-Tochterfirma in den USA hatten Daten von Oracle gestohlen, was die Deutschen auch zugeben. Strittig ist die Schadenshöhe. Ein US-Richter hatte die Summe auf 1,3 Milliarden Dollar festgelegt. SAP will höchstens 408,7 Millionen Dollar zahlen oder strebt auch hier ein neues Verfahren an.

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