Walldorf (dpa) - SAP-Chef Jim Hagemann Snabe glaubt nicht an einen Verkauf der Softwareschmiede. «Die drei Gründer stehen zu SAP, nicht nur als Investoren, auch mit ihrem Herzen», sagte der Manager dem «Handelsblatt» (Montag).

«Sie wollen, dass ihr Kind erfolgreich bleibt. Das ist jetzt unsere Aufgabe.» Die Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns waren im Zuge des Datenklau-Skandals mit Oracle und der Verurteilung zu einer Milliardenstrafe kräftig gesunken. Gerüchte über eine Übernahme hatten danach die Runde gemacht.

SAP-Mitgründer Klaus Tschira hatte außerdem zuletzt erklärt, es gebe denkbare Käufer für den Weltmarktführer für Unternehmenssoftware. Als mögliche Kandidaten nannte Tschira, der zusammen mit seiner Stiftung fast zehn Prozent an SAP hält, Microsoft und IBM. Weitere Hauptanteilseigner des DAX-Konzerns sind Aufsichtsratschef Hasso Plattner und der langjährige Vorstandsvorsitzende Dietmar Hopp.

Wegen Urheberrechtsverletzungen muss SAP an seine US-Rivalen 1,3 Milliarden Dollar (knapp eine Mrd Euro) zahlen. Nach dem Richterspruch von Ende November fordert Oracle nun weitere knapp 212 Millionen Dollar an Zinsen für die Taten. Mitarbeiter der Software- Wartungsfirma TomorrowNow hatten nach dem Kauf des Unternehmens durch SAP 2005 unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. SAP erwägt, in Berufung zu gehen.

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