Berlin (dpa) - Die Samwer-Brüder planen einen neuen Coup - und haben dabei den weltgrößten Online-Einzelhändler Amazon im Visier: Mit Lazada.com hat das Internet-Gründer-Trio in Asien einen Elektronikshop gestartet, der der Amazon-Plattform bis in kleine Details hinein ähnelt.

Nach einem Bericht des Blogs «TechBerlin» soll Lazada in Singapur beheimatet sein und von dort aus Länder wie Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Taiwan ansteuern. In diesen Ländern ist Amazon derzeit nicht aktiv. Unter Lazada.com wird auch eine Adresse in Dubai angegeben sowie der Sitz einer Gesellschaft in Berlin.

Eine mögliche Strategie der neuen Shopping-Site könnte es sein, sich erneut als Übernahme-Objekt anzubieten, schätzt «TechBerlin». Die Samwer-Brüder haben sich mit der Nachahmung von Internet-Firmen aus den USA einen Namen gemacht und laut «Business Week» damit ein Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar gemacht.

Ende der 90er Jahre verkauften die Unternehmer ihre Plattform Alando.de an den Marktführer eBay, mit Citydeal.de weckten sie die Aufmerksamkeit der Rabatt-Plattform Groupon und das mit Klingeltönen groß gewordene Jamba ging 2008 an die News Corp. des Medienunternehmers Rupert Murdoch. Zuletzt brachten die Internet-Unternehmer mit Pinspire einen Klon des derzeit aufmerksam beobachteten Sozialen Netzwerks Pinterest an den Start.

In den vergangenen Monaten haben die Samwer-Brüder über ihre Incubator-Firma Rocket Internet GmbH in zahlreichen asiatischen Ländern wie Indonesien, Singapur, Vietnam und Thailand Mitarbeiter für ihre neue Fashion-Site Zalora angeworben, die nach dem Vorbild der 2008 gegründeten Plattform Zalando aufgebaut ist. Das Portal bietet lokale und internationale Marken an und gewährt eine 30-tägige Rückgabe-Garantie.

Mit Plattformen wie Zalora betreten die Samwer-Brüder einen noch weitgehend unerschlossenen Markt. «Am Ende des Tages gibt es noch eine Menge Raum in diesem Markt», sagte Paul Srivorakul, Mitgründer und Chef der E-Commerce-Firmen Ensogo Group und Admax Network in Thailand. Letztlich stünden alle Internet-Firmen dort vor der Aufgabe, die Menschen erst noch vom Internet-Handel zu überzeugen.

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