Nokia
Nokia hat bestimmte Geräte wie das 5300 Express Music mit einer Musik-Flatrate angeboten. Doch das Angebot läuft aus.

Nokia hat bestimmte Geräte wie das 5300 Express Music mit einer Musik-Flatrate angeboten. Doch das Angebot läuft aus.

Nokia/dpa

Nokia hat bestimmte Geräte wie das 5300 Express Music mit einer Musik-Flatrate angeboten. Doch das Angebot läuft aus.

Berlin (dpa) - Handy-Weltmarktführer Nokia gesteht das Scheitern seiner Musik-Flatrate ein und lässt das Angebot in den meisten Ländern auslaufen. Auch deutsche Kunden sind betroffen.

Die Idee klang beim Start 2008 vielversprechend: Käufer bestimmter Handys bekamen mit dem Gerät gleich das Recht, eine Zeit lang uneingeschränkt Musik in Nokias Online-Shop Ovi zu laden. Doch zum einen sollen die Kunden nur mäßiges Interesse daran gezeigt haben, zum anderen wollten einige Netzbetreiber den Dienst nicht unterstützen, weil sie ein eigenes Musik-Geschäft betrieben.

Das Angebot wurde zunächst unter dem Namen «Comes with Music» bekannt und wurde später in «Ovi Music Flat» umgetauft. In Deutschland führte Nokia ihn im Mai 2009 ein. Nun wird der Dienst vorerst noch in sechs Ländern weiter angeboten: China, Indien, Brasilien, Südafrika, Indonesien und Türkei, wie ein Nokia-Sprecher bestätigte. In den restlichen Märkten solle er eingestellt werden. Bereits geladene Musiktitel dürften aber unbegrenzt weitergehört werden und auch mit einer aktiven Lizenz auf einem Handy könne man das Angebot bis zu deren Ablauf noch nutzen. Den Einzelverkauf von Musik im Ovi-Store setzt Nokia fort.

Die Einstellung des Angebots wirft erneut ein Schlaglicht auf die Probleme des finnischen Herstellers vor allem im Geschäft mit den computerähnlichen Smartphones, bei denen Apple mit seinem iPhone und Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android aktuell den Ton angeben. Die Musikindustrie, die das Nokia-Programm geschlossen unterstützte, kann einen weiteren Misserfolg für Flatrate-Modelle verbuchen. Apple ist mit seinem iTunes Store auch der weltgrößte Musikverkäufer. Konzernchef Steve Jobs hat bisher konsequent Flatrate-Modelle abgelehnt und darauf beharrt, dass Nutzer ihre Musik lieber einzeln kaufen wollten.

Andererseits gewinnen inzwischen Streaming-Dienste wie Spotify (in Deutschland noch nicht verfügbar) oder Simfy an Bedeutung, bei denen Musik nicht auf ein Gerät heruntergeladen, sondern direkt aus dem Netz abgespielt wird. Dies dürfte auch der Philosophie von Google entsprechen, der Start des eigenen Musik-Dienstes des Internet-Konzerns zieht sich aber immer noch hin.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer