Barcelona (dpa) - Nokia setzt für die Wiederbelebung des US-Geschäfts ganz auf den neuen Partner Microsoft. Der weltgrößte Handy-Hersteller ernannte den ehemaligen Microsoft-Manager Chris Weber zum neuen Nordamerika-Chef.

Sein Vorgänger Mark Louison verlässt das Unternehmen, wie Nokia am Wochenende mitteilte. Weber arbeitete 16 Jahre bei Microsoft und war unter anderem für die Beziehungen mit Geschäftskunden in den USA zuständig. Zuletzt hatte er eine eigene Beratungsfirma.

Nokia hatte am Freitag eine Strategiewende angekündigt. Die Finnen werden das eigene Smartphone-Betriebssystem Symbian aufgeben und auf Microsofts Plattform Windows Phone 7 umsteigen. Im wichtigen US-Markt spielte Nokia in den vergangenen Jahren so gut wie keine Rolle mehr, die Allianz mit Microsoft soll das nun ändern. Auch der neue Chef Stephen Elop kam im Herbst von dem Windows-Konzern zu Nokia.

Unterdessen soll Nokias Schwenk zu Microsoft für Spannungen mit dem weltgrößten Chiphersteller Intel sorgen. Seit einem Jahr entwickeln Nokia und Intel das Betriebssystem MeeGo, das in Mobiltelefonen und diversen anderen Geräten zum Einsatz kommen sollte. Am Freitag degradierte Elop MeeGo zu einem Lernprojekt. Das Technologieblog «TechCrunch» berichtete am Wochenende, Intel sei von dieser Ankündigung kalt erwischt worden. Zudem sei das erste MeeGo-Gerät, das nach wie vor in diesem Jahr auf den Markt kommen soll, von den Netzbetreibern wegen einer Schwäche des Tastatur-Mechanismus abgelehnt worden und müsse nun nachgebessert werden.

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