Hamburg (dpa) - Nach seinem juristischen Erfolg im Streit mit Google um Sex-Bilder will Ex-Motorsportboss Max Mosley den Suchmaschinenkonzern auch wegen dessen automatischer Suchwortvervollständigung verklagen.

«Das ist das Nächste auf unserer Liste, in Deutschland und in Frankreich», sagte Mosley dem Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Google schlägt demnach seinen Nutzern bei der Suche nach dem Namen «Max Mosley» automatisch ergänzende Begriffe wie «Intime Party» vor. Das Hamburger Landgericht hatte am Freitag entschieden, dass der Suchmaschinenbetreiber sechs heimlich aufgenommene Sex-Bilder von Mosley nicht weiter verbreiten darf.

Mosleys neues Anliegen ist kein Einzelfall: Auch Bettina Wulff, Noch-Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff, klagt vor der Hamburger Pressekammer gegen Google - und zwar gegen die Kombination ihres Namens mit Begriffen aus dem Rotlichtmilieu. In ihrem Verfahren, das voraussichtlich am Freitag kommender Woche verhandelt wird, geht es um die Technologie, mit der Suchbegriffe beim Tippen automatisch vervollständigt werden. Der Bundesgerichtshof hatte unlängst entschieden, dass Google automatisch ergänzte Suchvorschläge löschen muss, wenn sie direkt Persönlichkeitsrechte von Nutzern verletzen.

«Die Urteile, die wir erstritten haben, haben Signalwirkung», sagte Mosley dem «Spiegel» weiter. Er überlege deshalb, Google auch in Großbritannien und Kalifornien zu verklagen. Mosley übte heftige Kritik an dem Konzern und warf dem Management vor, moralisch unreif zu sein. «Google benimmt sich wie ein Halbwüchsiger, der sich gegen das Establishment auflehnt.»

Google hatte nach dem Urteil am vergangenen Freitag von einem «beunruhigenden Signal» gesprochen und Berufung beim Oberlandesgericht (OLG) Hamburg angekündigt. Die Hansestadt ist der Unternehmenssitz von Google Deutschland.

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