Washington (dpa) - Der Softwarekonzern und SAP-Erzrivale Oracle muss Millionen für die Verfehlungen seines teuren Zukaufs Sun Microsystems zahlen. Das US-Justizministerium sieht es als erwiesen an, dass der Computerhersteller Sun staatliche Stellen bei Neuanschaffungen über den Leisten gezogen hat.

Im Rahmen eines Vergleichs zahlt Oracle nun 46 Millionen Dollar (34 Mio Euro) und zieht damit einen Schlussstrich unter den seit Jahren laufenden Fall.

Tony West, Staatsanwalt im Justizministerium, warf Sun Microsystems am Montag vor, durch Kickback-Zahlungen, illegale Kaufanreize und Fehlinformationen bei Vertragsverhandlungen das Geld des Steuerzahlers verschwendet zu haben. Zu den betroffenen staatlichen Stellen gehört unter anderem der U.S. Postal Service, also die US-amerikanische Post. Auch Ermittler des Verteidigungsministeriums hatten sich eingeschaltet.

Nach US-Recht darf ein Unternehmen von der Regierung nicht mehr Geld verlangen als von seinen Kunden aus der Privatwirtschaft. Diese Regel hat Sun nach Ansicht des Justizministeriums verletzt. Den Angaben zufolge hat der Computerkonzern zudem Beratungsfirmen dazu animiert, staatlichen Stellen seine Produkte zu empfehlen. Ein Teil des Kaufpreises sei dann an die Berater geflossen, hieß es, sogenannte Kickback-Zahlungen.

Der Vergleich mit Oracle sei Teil einer größeren Untersuchung, die weiterlaufe, erklärte das Justizministerium, ohne allerdings ins Detail zu gehen. Das Ministerium hatte wegen ähnlicher Verfehlungen bereits namhafte IT-Konzerne wie IBM und Hewlett-Packard, den Datenspeicher-Spezialisten EMC oder das Beratungsunternehmen PWC zur Kasse gebeten.

Im Falle von Sun hatten zwei Tippgeber im Jahr 2004 das Verfahren ins Rollen gebracht; sie bekommen wie in den USA üblich ihren Anteil an der Millionenstrafe. Oracle hatte Sun 2009/2010 für 7,4 Milliarden Dollar übernommen. Sun ist bekannt für seine leistungsstarken Server. Oracle macht sein Geld traditionell mit Software für Unternehmen und ist der schärfste Rivale des deutschen SAP-Konzerns.

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