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Nur ein Bruchteil der Fälle von Internetkriminalität wird offiziell erfasst. Foto: Silas Stein/Illustration

Nur ein Bruchteil der Fälle von Internetkriminalität wird offiziell erfasst. Foto: Silas Stein/Illustration

dpa

Nur ein Bruchteil der Fälle von Internetkriminalität wird offiziell erfasst. Foto: Silas Stein/Illustration

Hamburg (dpa) - Die Zahl der Cyberattacken auf Verbraucher ist nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel» wesentlich höher als bisher bekannt.

Allein die Telekom müsse jedes Quartal 300.000 Kunden warnen, weil sie einen Trojaner auf ihrem Computer haben und damit Teil eines sogenannten Botnetzes sind, berichtet der «Spiegel» in seiner aktuellen Ausgabe.

Botnetze sind Zusammenschlüsse von Computern und vernetzten Elektronikgeräten, die Internetkriminelle mithilfe von Schadsoftware gekapert haben. Mit einem Botnetz kann man beispielsweise mit geballter Rechenkraft Angriffe auf weitere Computer fahren oder von dort aus infizierte Mails verschicken.

Auch Kriminalisten und IT-Fachleute gingen davon aus, dass die Internetkriminalität mittlerweile sehr viel höher liege als die offiziellen Zahlen suggerieren. Nur ein Bruchteil der Fälle werde auch erfasst. Allein dem internationalen Gangsternetzwerk Avalanche, das in 180 Ländern aktiv war und das Ermittler aus aller Welt vergangenen November hochgehen ließen, ordneten die zuständige deutsche Staatsanwaltschaft in Verden rund 27000 Anzeigen zu. Das seien aber sicher nicht alle Opfer, sagt der leitende Staatsanwalt Frank Lange. «Damit haben wir keine zehn Prozent.»

Laut Bundeskriminalamt lag der Schaden, den Internetkriminelle 2015 verursacht haben, in Deutschland bei lediglich 40 Millionen Euro.

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