Einkaufswagen-Symbol bei Online-Shops
Beim wiederholten Klicken steigt der Preis oder ein Hinweis wird eingeblendet, dass andere Nutzer einen Kauf erwägten - solche Methoden bei Online-Shops gehören angeprangert. Foto: Jens Schierenbeck

Beim wiederholten Klicken steigt der Preis oder ein Hinweis wird eingeblendet, dass andere Nutzer einen Kauf erwägten - solche Methoden bei Online-Shops gehören angeprangert. Foto: Jens Schierenbeck

dpa

Beim wiederholten Klicken steigt der Preis oder ein Hinweis wird eingeblendet, dass andere Nutzer einen Kauf erwägten - solche Methoden bei Online-Shops gehören angeprangert. Foto: Jens Schierenbeck

Berlin/Hannover (dpa/tmn) - Zur Umsatzsteigerung versuchen einige Online-Shops gezielt, Kaufentscheidungen zu manipulieren, indem sie den Kaufdruck künstlich erhöhen. Experten raten zum öffentlichen Anprangern solcher Aktionen.

Durch Einblendungen zu angeblichen Käufen oder Buchungen anderer Kunden signalisieren manche Online-Shops Knappheit und Zeitnot, berichtet die Fachzeitschrift für Informationstechnik «iX» (Ausgabe 4/13). Oder die Betreiber setzten Cookies, die den Preis steigen lassen, wenn der Kunde das Angebot ein zweites oder drittes Mal abfragt (Cookie-Pricing). Nutzer sollten deshalb im Browser einstellen, dass Cookies spätestens beim Schließen gelöscht werden.

Betroffenen raten die Experten grundsätzlich, das in der Fachsprache Dark Pattern genannte Geschäftsgebaren über soziale Netzwerke, Foren oder Blogs anzuprangern: Letztlich sei das der einzige Weg, weil die Tricks meist keinen konkreten Gesetzesverstoß darstellten.

Zu den Dark-Pattern-Methoden zählen den Angaben zufolge auch gefälschte Bewertungen, das Verstecken der Abwählmöglichkeit von Zusatzangeboten wie Reiserücktrittsversicherungen oder unterschiedliche Preise für unterschiedliche Kunden - etwa je nachdem mit welchem Rechner man die Seite besucht. Es gebe beispielsweise den dokumentieren Fall eines US-Reiseportals, das Mac-Besitzern ein identisches Hotelzimmer teurer verkaufen wollte als Windows-Nutzern.

Nicht nur Emotionen, sondern auch die Unfähigkeit oder den Unwillen, eine aktive Entscheidung zu treffen, nutzten manche Shops der Zeitschrift zufolge schamlos aus. Sie legten etwa nicht ausgewählte Zusatzartikel in den Warenkorb oder zeigen frei erfundene Verfügbarkeiten oder Lagerbestände an, um den Kunden in Zugzwang zu bringen.

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