Schon vor Jahren im Visier der Justiz: In Handschellen wird Kim Schmitz (r.)  am 27.5.2002 zum Gerichtssaal im Münchner Amtsgericht geführt. Foto: Peter Kneffel/Archiv
Schon vor Jahren im Visier der Justiz: In Handschellen wird Kim Schmitz (r.) am 27.5.2002 zum Gerichtssaal im Münchner Amtsgericht geführt. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Schon vor Jahren im Visier der Justiz: In Handschellen wird Kim Schmitz (r.) am 27.5.2002 zum Gerichtssaal im Münchner Amtsgericht geführt. Foto: Peter Kneffel/Archiv

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Schon vor Jahren im Visier der Justiz: In Handschellen wird Kim Schmitz (r.) am 27.5.2002 zum Gerichtssaal im Münchner Amtsgericht geführt. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Wellington (dpa) - Kim Dotcom alias Kim Schmitz bleibt in Neuseeland vorerst weiter hinter Gittern. Der Richter vertagte die Entscheidung über einen Antrag auf Freilassung des deutschen Gründers der dichtgemachten Internet-Tauschplattform Megaupload gegen Kaution, wie der neuseeländische Rundfunk berichtete.

Der 37-Jährige, der in Deutschland als Kim Schmitz traurige Berühmtheit in der deutschen Internet-Branche und Hacker-Szene erlangte, erklärte sich für unschuldig. Dotcoms Anwalt Paul Davison erklärte, sein Mandant habe sich weder an der Verbreitung von Raubkopien noch an Geldwäsche beteiligt. Die Staatsanwälte in Neuseeland sperren sich gegen eine Freilassung auf Kaution. Dotcom habe immer noch genug Geld und verfüge unter anderem über einen Helikopter für eine Flucht.

Die Datentausch-Plattform Megaupload war vergangene Woche auf Betreiben der US-Behörden vom Netz genommen worden. Kim Dotcom und seine führenden Mitstreiter - überwiegend Deutsche - wurden in Neuseeland festgenommen. Die Amerikaner haben in Neuseeland einen Auslieferungsantrag gestellt. Der US-Anklage zufolge war Megaupload ein zentraler Umschlagplatz für Raubkopien von Musik und Kino-Hits. Die Betreiber hätten die massiven Urheberrechtsverletzungen nicht nur gefördert, sondern auch selbst mindestens 150 Millionen Dollar daran verdient, lautet der Vorwurf.

Das Auslieferungsverfahren könnte Monate dauern, sagen Rechtsexperten. Bei einem Schuldspruch drohen Kim Dotcom bis zu 20 Jahre Haft. Das harte vorgehen der US-Behörden gegen Megaupload zieht bereits Kreise in der Branche. Der Dateien-Hoster Filesonic stoppte als Reaktion sein Datentausch-Angebot. Anwender können dort nur noch Dateien herunterladen, die sie zuvor selbst hochgeladen haben. Damit wird einer Verteilung von illegalen Kopien geschützter Werke ein Riegel vorgeschoben.

Bisher konnten Anwender bei FileSonic - wie bei etlichen anderen vergleichbaren Diensten - beliebige Dateien von der Plattform herunterladen, wenn sie den Link kannten. Die «Uploader» besonders beliebter Dateien wurden mit Rabatten belohnt.

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