Berlin (dpa) - Die schrittweise Umstellung auf kostenlose Warteschleifen wird viele Unternehmen und Behörden nach Ansicht des Branchenverbands Bitkom teuer zu stehen kommen.

Die Investitionskosten bis zur kompletten Umstellung voraussichtlich im kommenden Jahr beziffert der Bitkom-Telekommunikationsexperte Marc Konarski im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa auf bis zu eine Million Euro pro Unternehmen. Hinzu kämen noch weitere Investitionskosten.

Hintergrund ist nach seinen Worten die häufig aufwendige Umstellung der Technik in jedem einzelnen Betrieb. «Um den gesetzlichen Vorgaben entsprechen zu können, müssen die Warteschleifen künftig nur noch übers Netz gesteuert werden. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen machen dies bislang aber häufig über die eigene Telekommunikationsanlage», erläutert Konarski. Er schätzt die Zahl der betroffenen Unternehmen und Behörden auf rund 1,3 Millionen.

Die gerade von Verbraucherschützern und der Opposition kritisierte lange Übergangsfrist von einem Jahr nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes begründet der Fachmann auch mit technischen Problemen und der Vielzahl an beteiligten Unternehmen und Netzbetreibern. «Hier müssen alle Arten von Netzen unter einen Hut gebracht werden», sagt Konarski. Um sekundengenau zwischen kostenloser Warteschleife und kostenpflichtiger Servicezeit zu unterscheiden, sei zudem eine Vielzahl technischer Fragen zu lösen. Gerade hieraus ergebe sich ein großer Investitionsbedarf. Die stufenweise Umsetzung sei ein deutlicher Fortschritt gegenüber früheren Planungen.

Bis die Verbraucher nichts mehr für die lästige Wartezeit zahlen, dürfte es Mitte 2012 werden. Denn zunächst muss die vom Kabinett am Mittwoch beschlossene Neuregelung noch Bundestag und Bundesrat passieren. Bis dahin sieht eine Zwischenlösung vor, dass die ersten beiden Warteschleifen-Minuten bei kostenpflichtigen Service-Nummern nichts kosten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer