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Apple-Chef Steve Jobs auf einer Apple Entwicklerkonferenz in San Francisco (Archivfoto).

Apple-Chef Steve Jobs auf einer Apple Entwicklerkonferenz in San Francisco (Archivfoto).

dpa

Apple-Chef Steve Jobs auf einer Apple Entwicklerkonferenz in San Francisco (Archivfoto).

Cupertino/New York (dpa) - Die neuen Gesundheitsprobleme von Steve Jobs lasten auf Apple. Die Aktie des wertvollsten Technologie- Unternehmens der Welt sackte im früher New Yorker Handel am Dienstag um mehr als drei Prozent auf weniger als 337 Dollar ab.

Denn Jobs steht wie kein zweiter für den Erfolg des Unternehmens: Der Firmengründer und Langzeitchef hat Apple mit dem iPod-Musikspieler, dem iPhone-Handy und dem iPad-Tablet zu immer neuen Höhen getrieben.

Apple sollte nach US-Börsenschluss am Dienstag die Zahlen für das erste Geschäftsquartal vorlegen, das von Oktober bis Dezember reicht und damit das wichtige Weihnachtsgeschäft umfasst. Das Unternehmen selbst hatte bereits neuerliche Rekordergebnisse in Aussicht gestellt. Die vom Finanzdienstleister Bloomberg befragten Analysten rechneten damit, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 55 Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar gestiegen ist. Den Gewinn taxierten sie um 47 Prozent höher bei rund 5,0 Milliarden Dollar.

«Meine Einschätzung ist, dass es ein Knaller wird», kommentierte Fondsmanager Michael Binger die erwarteten Zahlen. «2011 ist schon im Sack.» So denken viele Apple-Anleger, weshalb die Aktie in den vergangenen Monaten immer neue Bestmarken erklommen hatte.

Apple ist mit über 300 Milliarden Dollar mehr wert als jeder andere Technologiekonzern. Weil Erfolgsgarant Jobs nun aber schon wieder für ungewisse Zeit ausfällt, bekommen einige Investoren kalte Füße und verkaufen ihre Aktien. Im Frankfurter Handel verlor die Aktie am Montag gut sechs Prozent und erholte sich bis Dienstagnachmittag um gut zwei Prozent. In New York war am Montag wegen eines Feiertages nicht gehandelt worden. Die Aktie des Konkurrenten Microsoft legte am Dienstag leicht um knapp ein Prozent auf 28,56 Dollar zu. Für das Google-Papier gab es ein Plus von 2,3 Prozent auf 638,50 Dollar.

Jobs hatte am Montag überraschend verkündet, er nehme eine Auszeit, um sich auf seine Gesundheit zu konzentrieren. Der 55- Jährige nannte keine konkreten Gründe. «Ich liebe Apple so sehr und hoffe, so schnell wie ich kann zurückzukommen», schrieb Jobs in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Bis dahin bitte er um Respekt für seine Privatsphäre.

Der «New York Times» zufolge sorgt die Lebertransplantation im Jahr 2009 für Schwankungen in Jobs' Gesundheitszustand. Er habe zuletzt wieder dünn gewirkt, sagte ein früherer Apple-Mitarbeiter gegenüber Bloomberg. Auch eine andere Person sprach von Gewichtsproblemen. 2004 hatte Jobs bereits wegen Krebs behandelt werden müssen.

Jobs' neuerliche Gesundheitsprobleme kommen für Apple in einer äußerst ungünstigen Zeit: iPhone und iPad bekommen immer mehr Konkurrenz, unter anderem von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android. Zudem stehen mehrere wichtige Produktankündigungen bevor. Gerechnet wird unter anderem mit der zweiten iPad-Generation. Führungslos ist Apple allerdings keineswegs: Das Tagesgeschäft übernimmt wieder der erfahrene Apple-Manager Tim Cook, der Jobs bereits früher vertreten hatte. Bei strategischen Entscheidungen will Jobs selbst eingreifen.

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