Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.
Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.

Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.

dpa

Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.

Mountain View (dpa) - Überraschender Führungswechsel beim Internet-Riesen Google: Vorstandschef Eric Schmidt zieht sich nach zehn Jahren in die zweite Reihe zurück. Larry Page, einer der beiden Google-Gründer, übernimmt wieder selbst das Ruder und wird neuer Konzernchef.

Page werde vom 4. April an das Tagesgeschäft führen, teilte der Konzern am Donnerstag im kalifornischen Mountain View mit. Sein Kompagnon Sergey Brin soll sich derweil um neue Produkte kümmern. «Keine Frage, Larry ist bereit, das Unternehmen zu führen», sagte Schmidt.

Der 55-jährige Manager wird Google als Chef des Verwaltungsrats künftig vor allem nach außen vertreten. In dieser Funktion ist er unter anderem für Kooperationen zuständig. «Wir haben unsere Rollen jetzt klarer geregelt», sagte Schmidt. Der bisherige Weg, Entscheidungen gemeinsam zu treffen, sei angesichts der Größe des Unternehmens zu kompliziert geworden.

Google meldete die Änderungen an der Spitzen der Börsenaufsichtsbehörde SEC. Dabei wurde bekannt, dass sich Schmidt auch von einem kleinen Teil seiner Google-Aktien trennen will. «Eric hat vor, 534 000 Aktien zu verkaufen», heißt es in der Meldung an die SEC. Dies entspricht zum gegenwärtigen Börsenkurs einem Wert von 334 Millionen Dollar (247 Mio Euro). Macht Schmidt von dieser Option in vollem Umfang Gebrauch, würde sich sein Anteil am Unternehmen von 2,9 auf 2,7 Prozent verringern.

Die ehemaligen Studienkollegen Page und Brin hatten Google 1998 gegründet. 2001 übergaben die beiden die Führung des Unternehmens an Schmidt, der zuvor Vorstandschef beim Software-Anbieter Novell war. Unter dem erfahrenen Manager hat Google das Kerngeschäft der Internet-Suchmaschine in alle Richtungen erweitert und ist zu einem breit aufgestellten Technologiekonzern geworden.

«Eric ist ein toller Firmenchef und ich habe viel von ihm gelernt», sagte Page in einer Telefonkonferenz. Das Geschäft blüht: Im Schlussquartal 2010 stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Das Unternehmen verdiente unterm Strich satte 2,5 Milliarden Dollar und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Damit übertraf Google erneut die Erwartungen der Analysten. Der Kurs der Aktie stieg nach Bekanntgabe der Entscheidung am Donnerstagabend nachbörslich um mehr als zwei Prozent.

Das meiste Geld verdient Google weiterhin mit Online-Werbung, vor allem mit der bevorzugten Platzierung der Links zu Werbekunden auf den Trefferlisten einer Internet-Suche. Gut aufgestellt ist das Unternehmen darüber hinaus im Geschäft mit dem mobilen Internet - hier brachte Google das Handy-Betriebssystem Android auf den Weg.

Lediglich das Bündnis aus Yahoo und Microsoft kann Google bei der Internet-Suche in Europa und Amerika noch die Stirn bieten. In China heißt der Gegenspieler Baidu. Im Gesamtjahr 2010 verdiente Google unterm Strich 8,5 Milliarden Dollar. Doch Google kann das Geld gar nicht so schnell ausgeben, wie es hereinkommt. In der Kasse liegen mittlerweile 35 Milliarden Dollar. «Wir hatten ein starkes Quartal und ein starkes Jahr», sagte Schmidt. «Der Ausblick ist vielversprechend.»

Google stößt mit seinen Milliarden in immer neue Felder vor: Smartphones, Fernsehen, Internet-Telefonie, elektronische Bücher, Musik, Bürosoftware, PC-Betriebssystem oder Internet-Browser sind nur einige Baustellen. Google gerät dabei allerdings auch immer wieder mit Wettbewerbshütern und Datenschützern aneinander, die die Marktmacht des Internetkonzerns fürchten.

In Deutschland hatte besonders der Kartendienst Google Street View für Unruhe gesorgt, bei dem Kamerawagen ganze Straßenzüge abfotografierten - und dabei ganz nebenbei private Daten aus offenen WLAN-Netzen aufzeichneten.

Eine Gefahr für Google sehen Experten aber im sozialen Netzwerk Facebook mit seinen mehr als 500 Millionen Mitgliedern. Die Nutzer verbringen dort teils Stunden am Tag - ein ideales Umfeld für die Werbeindustrie. Und Facebook wächst rasant. Diesem Rivalen muss sich nun der neue und alte Google-Chef Larry Page stellen.

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