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Das Google-Logo ist durch ein Brillenglas auf einem Bildschirm zu sehen. Foto: Martin Gerten/Symbolbild

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dpa

Das Google-Logo ist durch ein Brillenglas auf einem Bildschirm zu sehen. Foto: Martin Gerten/Symbolbild

New York/Mountain View (dpa) - In Science-Fiction-Filmen kommen intelligente Maschinen meist schlecht weg. In «2001: Odyssee im Weltraum» rebelliert Raumschiff-Computer HAL gegen die eigene Besatzung.

In der «Terminator»-Saga soll ein zeitreisender Roboterkiller den kommenden Anführer der Menschheit töten, denn es herrscht Krieg zwischen Menschen und Maschinen. Und in der «Matrix»-Trilogie muss Held Neo die Menschheit aus der Versklavung durch die Maschinen befreien.

Die Idee, dass Apparate ein Eigenleben entwickeln können, fasziniert das Publikum seit jeher. Doch noch nie war das Gefühl, mit einer Maschine zu kommunizieren, so real wie heute. Universitäten und Konzerne auf der ganzen Welt forschen an künstlicher Intelligenz. Wie wichtig das Thema ist, zeigt die jüngste Übernahme durch Google. Der umtriebige Internetkonzern kauft das britische Start-up DeepMind.

Das lässt aufhorchen, vor allem weil es kaum Informationen darüber gibt, was DeepMind eigentlich genau erfunden hat. Es muss aber wertvoll sein - so wertvoll, dass Google nach Medieninformationen eine halbe Milliarde Dollar für das junge Unternehmen hinblättert. Angeblich war auch das soziale Netzwerk Facebook an der Firma interessiert.

Google und Facebook unterhalten bereits eigene Abteilungen für künstliche Intelligenz. Am vielleicht weitesten ist jedoch das IT-Urgestein IBM mit seiner Supercomputer-Technolgie «Watson», die menschliche Sprache versteht. «Watson» wurde berühmt durch seine Auftritte in der US-Quizshow Jeopardy, wo das Computerhirn vor drei Jahren seine Kontrahenten aus Fleisch und Blut ausstach und eine Million Dollar gewann.

Obwohl die öffentliche Aufmerksamkeit riesig war, blieben viele der erhofften Folgeaufträge von Firmen aus. IBM nimmt nun mehr als eine Milliarde Dollar in die Hand, um «Watson» zu einem dicken Geschäft zu machen. 2000 Mitarbeiter einer eigens gegründeten Abteilung in New York sollen die Software hinter dem Computerhirn soweit fortentwickeln, dass «Watson» mehr als nur Antworten auf Quizshow-Fragen geben kann.

Schon heute laufen Tests in der Medizin, wo «Watson» die Ärzte bei der Suche nach der richtigen Behandlung unterstützt, oder bei Banken, wo das Computerhirn bei der Kundenberatung eingesetzt wird. Dabei muss «Watson» natürlich zuvor mit medizinischer Fachliteratur oder dem Verlauf der Finanzmärkte gefüttert werden. Sobald die Software diese Grundlagen beherrscht, soll sie selbsttätig lernen und so von Mal zu Mal bessere Antworten liefern. ««Watson» ist eine der wichtigsten Erfindungen in der hundertjährigen Geschichte von IBM», sagt der zuständige Manager Michael Rhodin.

Schon Mitte der 60er Jahre entwickelte der US-Forscher Joseph Weizenbaum das Computerprogramm Eliza, das eine schriftliche Unterhaltung mit Menschen führen konnte. Dabei wurden vorgefertigte Sätze geschickt zu Schlüsselbegriffen platziert.

Anklänge von künstlicher Intelligenz finden sich mittlerweile sogar in Alltagsgeräten. So hat Apple die sprechende iPhone- und iPad-Assistentin «Siri» mit einem Hauch einer eigenen Persönlichkeit programmiert. Fragt ein Nutzer zu oft, wer ihr Vater ist oder ob sie einen heiraten will, kann «Siri» durchaus schnippisch reagieren. Folgerichtig verliebt sich im neuen Science-Fiction-Film «Her», der Ende März in die deutschen Kinos kommt, Hauptdarsteller Joaquin Phoenix in den Geist aus seinem Computer mit dem Namen «Samantha».

Doch können Maschinen wirklich denken? Am Ende gehe es nur um eine Simulation menschlicher Fähigkeiten, sagt Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Zum echten Denken oder Empfinden gehöre ein Bewusstsein, das Computern fehle. «Man kann einen Computer zum Beispiel programmieren, Mitgefühl zu zeigen - empfinden kann er es im Gegensatz zum Menschen aber nicht.»

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