Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.
Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.

Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.

dpa

Google-Chef Eric Schmidt räumt seinen Stuhl. Er macht Platz für Firmen-Mitbegründer Larry Page. Der muss jetzt den Kampf mit Apple und Facebook verantworten.

Mountain View/Berlin (dpa) - «Tägliche Aufsicht durch Erwachsene nicht mehr nötig!» - Mit dieser knappen Botschaft, geschickt über den Kurznachrichtendienst Twitter, verkündete Google-Chef Eric Schmidt am Donnerstagabend seinen Rückzug von der Konzernspitze.

Im harten Wettbewerb mit Facebook, Apple und Microsoft will der 37 Jahre alte Firmen-Mitbegründer Larry Page nach zehn Jahren wieder das Steuer des weltgrößten Internet-Unternehmens übernehmen.

Page hatte Ende der 90er Jahre zusammen mit seinem Studienkollegen Sergey Brin an der kalifornischen Stanford University den ersten Prototypen der Suchmaschine entwickelt. Um einen Scheck des Investors Andy Bechtolsheim in Höhe 100 000 Dollar annehmen zu können, gründeten sie 1998 das Unternehmen Google Inc.

Die beiden Studenten waren begnadete Entwickler, doch als Geschäftsleute totale Anfänger. Deshalb holten sie den erfahrenen Manager Schmidt ins Unternehmen, der sich im Silicon Valley als Technikchef von Sun Microsystems, Geschäftsführer von Novell und einflussreiches Verwaltungsratsmitglied bei Apple einen Namen gemacht hatte. Schmidt brachte das Startup Google 2004 erfolgreich an die Börse. Er ebnete den Weg von einem aufstrebenden Internetsuch-Unternehmen zu einem breit aufgestellten Technologie-Konzern.

Schmidt leitete das Tagesgeschäft, damit sich Page und Brin um die Entwicklung der Produkte kümmern konnten. Entscheidungen trafen letztlich alle drei gemeinsam. Die beiden Firmengründer gingen aber auch immer wieder ihre eigenen Wege. So nahmen Page und Brin im August 2005 ohne Rücksprache mit Schmidt einen Millionenbetrag in die Hand, um in den Mobilfunkmarkt einzusteigen und die Entwicklungsfirma Android zu übernehmen.

Aus Google ist in den vergangenen zehn Jahren ein Weltkonzern geworden. Mehr als 24 000 Mitarbeiter kümmern sich um Internetsuche, Online-Werbung, Smartphones, Web-Videos oder Bürosoftware. Und da liegt das Problem: Google ist groß, kompliziert und verzettelt sich immer häufiger mit zum Teil skurrilen Initiativen. Autos, die selbst fahren können, der Online-Vertrieb von Mode oder die Übernahme eines Spezialisten für Fluginformationen gehören zu diesen umstrittenen Projekten. An der Führungsspitze war nicht mehr klar, wer für was zuständig ist. Das Triumvirat, wie Schmidt es selbst nennt, funktionierte nicht mehr.

Andere sind mittlerweile flinker, wendiger und schneller in ihren Entscheidungen. Apple hat mit Steve Jobs eine charismatische Führungsgestalt, auch wenn der momentan eine Auszeit wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nimmt. Und bei Facebook kommt der erst 26 Jahre alte Mark Zuckerberg auch ohne «tägliche Aufsicht durch einen Erwachsenen» aus und macht keinerlei Anstalten, die Fäden aus der Hand zu geben. Mit beiden Konzernen ringt Google um die Führung im mobilen Internet, bei den digitalen Medien, den sozialen Netzwerken und bei der Werbung.

Nun ist aber auch bei Google wieder klar, wer der Herr im Hause ist: Larry Page wird ab April das Sagen haben. «Eric ist ein toller Firmenchef, und ich habe viel von ihm gelernt», sagt Page. Und Schmidt sagt: «Keine Frage, Larry ist bereit, das Unternehmen zu führen.» Der unternehmerische Nachwuchs Page hatte zehn Jahre lang Zeit, sich auf seine Rolle vorzubereiten. Er konnte Schmidt jeden Tag über die Schulter gucken. «Ich bin sicher, dass er einen fantastischen Job machen wird», sagt Schmidt. Der alerte Manager wird im Unternehmen bleiben und soll Google als Botschafter nach außen vertreten. Damit erspart er dem publikumsscheuen Page die verhassten Auftritte im Fernsehen oder auf großen Konferenzen.

«Schmidt war der Prinzregent, der solange regiert, bis der junge König in den Thron einnehmen kann», meinte der US-Journalismus- Professor und Google-Experte Jeff Jarvis. «Wir wussten, dass dies passieren wird. Wir hatten es nur vergessen.»

Google-Mitbegründer Sergey Brin tritt mit dem Führungswechsel in die zweite Reihe zurück. Er macht das, was ihm schon an der Uni am meisten lag: Er tüftelt an neuen Produkten. «Die Rolle passt perfekt zu ihm», sagt Schmidt väterlich. «Sergey ist bis ins Mark ein Erfinder und Gründer.» Die Zeit, in der beide wie Zwillinge auftraten mit gleichen Rechten und Pflichten, ist damit vorbei. Page hat die Verantwortung übernommen.

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