Seoul (dpa) - Wegen der Speicherung privater Daten aus WLAN-Netzen droht Google jetzt auch Ärger in Südkorea. «Wir werden den Fall der Staatsanwaltschaft übergeben», sagte ein Sprecher der nationale Polizeibehörde (NPA) am Donnerstag in Seoul.

Die Staatsanwaltschaft werde entscheiden, ob Anklage gegen Google wegen Verstoßes gegen die Gesetze zum Schutz der Privatsphäre im Bereich der Telekommunikation und zum Schutz von Standortinformationen erhoben werde, hieß es. Ermittler der Abteilung Internet-Kriminalität der NPA hatten das Google-Büro in Seoul bereits im vergangenen August durchsucht. Dabei wurden nach Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap 440 Computer-Speicherlaufwerke sichergestellt.

Google hatte wie in anderen Ländern auch Autos mit Kameras in Südkorea ausgeschickt, um Rundum-Bilder für Street View zu machen. Im vergangenen Jahr war bekanntgeworden, dass die Autos auch Informationen aus ungesicherten WLAN-Netzen mitspeicherten. Laut Google war die Ursache ein Software-Fehler, der lange unentdeckt geblieben sei.

Die dabei gesammelten Daten seien nie verwendet worden. Der Fall löste Ermittlungen in diversen Ländern aus. In Deutschland laufen die Untersuchungen noch, etwa in den USA und Großbritannien hat sich Google bereits mit den Behörden verständigt.

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