Fußball Live-Streams im Internet erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch nicht alle Angebote sind legal. Wie die aktuelle Rechtslage aussieht, erfahren Sie hier. Bundesliga, Europapokal sowie die Qualifikation zur Europameisterschaft: Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem kein Fußball mit deutscher Beteiligung gespielt wird. Neben den Fans freuen sich auch die Fernsehsender darüber, dass das runde Leder ununterbrochen rollt. Schließlich sind ihnen so hohe Einschaltquoten garantiert. Neben den TV-Stationen dürfen sich aber auch Streaming-Dienste an Fußballtagen über ein gestiegenes Nutzungsverhalten freuen. Immer mehr Sport-Fans nutzen nämlich das Internet, um auch die Begegnungen ihres Lieblingsvereins mobil oder online verfolgen zu können.

Darf man sich illegale Fußball Live-Streams im Internet ansehen?

Sofern sie dabei auf einen offiziellen Fußball Live-Stream der Sender zugreifen, lässt sich die Online-Übertragung aus rechtlicher Sicht nicht beanstanden. Häufig nutzen Zuschauer jedoch Suchmaschinen wie Google, um einen kostenlosen Champions League Bundesliga Live-Stream zu finden und so ein teures Sky-Abo umgehen zu können. Nicht selten nehmen Fußball-Fans damit aber auch Urheberrechtsverletzungen in Kauf.

Ob das Ansehen illegal bereitgestellter Video-Stream im Internet legal ist, wurde bislang nicht abschließend geklärt. Grundsätzlich hat zwar nur der Urheber das Recht zu entscheiden, wie sein Werk vervielfältig wird; doch es gibt auch Ausnahmen. So darf beispielsweise beim Streaming sehr wohl eine flüchtige Kopie erstellt werden, wenn dies ein wesentlicher Teil der technischen Übertragung ist.

Das sagt der Europäische Gerichtshof zu Video-Livestreams

Das Ansehen von Streams ist damit prinzipiell immer legal, wie auch der Europäische Gerichtshof im Juni 2014 bestätigt hat. Voraussetzung ist allerdings, dass eine rechtmäßige Nutzung des Werks vorliegt. Ob dies auch bei illegal ins Netz gestellten Fußball Livestreams der Fall ist, wurde dabei nicht geklärt. Viele Juristen, unter ihnen auch der Rechtsanwalt Christian Solmecke, argumentieren jedoch, dass dies beim bloßen Ansehen der Streams der Fall ist und verweisen auf den Werkgenuss, der urheberrechtsfrei ist. Unter Werkgenuss versteht man dabei das Ansehen oder Anhören eines eigentlich urheberrechtlich geschützten Werkes.

Eindeutiger ist die Rechtslage dagegen bei Angeboten wie Sopcast, die auf die sogenannte Peer-to-Peer-Technologie (kurz: P2P) setzen. Die Technik hinter diesen Programmen setzt nämlich auf das Prinzip einer Tauschbörse, in der die Daten nicht nur vorrübergehend heruntergeladen werden. Stattdessen werden Nutzer auch selbst zum Streaming-Anbieter, verbreiten die Übertragungen weiter und begehen so auf jeden Fall eine Urheberrechtsverletzung.

Diese Streaming-Angebote sind garantiert legal

Wer kein Risiko eingehen und Abmahnungen im Briefkasten vermeiden will, sollte bis zu einer endgültigen Klärung nur offizielle Fußball Live-Streams aufrufen. Alle Spiele der Bundesliga und der UEFA Champions League werden beispielsweise ganz legal über Sky Go im Internet gezeigt. Zugriff auf das Streaming-Angebot haben dabei alle Fans, die bei Sky die Bundesliga oder die Champions League regulär fürs Fernsehen gebucht haben. RTL bietet unterdessen die Möglichkeit an, auf rtlnow.de die Übertragungen der EM-Qualifikation als Live-Stream kostenpflichtig zu buchen. Kostenlose Übertragungen gibt es derweil in der ARD und ZDF Mediathek. So gibt es bei den Öffentlich-Rechtlichen unter anderem das ZDF-Spiel der Champions League, die Eröffnung der Hin- und Rückrunde in der Fußball-Bundesliga sowie viele DFB-Länderspiele auch im Internet zu sehen.