Mit einem neuen Programm für Smartphones soll der Aufenthaltsort der Nutzer verfolgt und vermarktet werden.

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Wo bist du? Nach Berichten der Agentur Bloomberg will Facebook diese Informationen seiner Nutzer bald noch häufiger nutzen.

Wo bist du? Nach Berichten der Agentur Bloomberg will Facebook diese Informationen seiner Nutzer bald noch häufiger nutzen.

tsn

Wo bist du? Nach Berichten der Agentur Bloomberg will Facebook diese Informationen seiner Nutzer bald noch häufiger nutzen.

Düsseldorf. Facebook arbeitet an einer neuen Smartphone-App. Das Programm, das nach Angaben des Wirtschaftsdienstes Bloomberg Mitte März erscheinen soll, ermittelt ständig Standortdaten der Nutzer und soll auf Freunde in der Umgebung aufmerksam machen.

Das neue Programm soll nach Bloomberg-Angaben ständig im Hintergrund laufen und Facebook dabei helfen, Nutzerdaten und -gewohnheiten für gezielte und individuelle Werbung zu vermarkten. Das Recht dazu räumt sich Facebook schon jetzt in seinen Nutzungsbedingungen ein. Für das werbefinanzierte Netzwerk wäre das neue Programm ein Weg, Gewinne im Mobilsektor einzufahren, der 2012 erstmals über den Zugriff vom Heimcomputer hinauswuchs.

Von Facebook selbst gibt keine Auskunft über den Dienst

Mobile Dienste, die Standortdaten der Nutzer für Empfehlungen und Kontaktaufnahme sammeln, sind keine Neuigkeit. Auch Facebook sammelt schon jetzt zahlreiche Daten über seine Nutzer – auch den Standort. Ein Einverständnis wird dafür aber bislang vorausgesetzt. Deshalb lässt der neue Dienst noch einige Fragen offen, etwa ob er deaktiviert werden kann oder wie die gesammelten Daten verwendet werden.

Facebook selbst trägt zur Klärung nicht bei. „Wir kommentieren keine Gerüchte“, sagte Sprecherin Tina Kulow am Dienstag unserer Zeitung.

Ein Nachteil einer ständigen Standortermittlung – neben Datenschutzbedenken – wäre auch der Energiehunger. Der Betrieb des GPS-Moduls belastet den Akku von Mobilgeräten stark. Auch wird sich zeigen, ob das Angebot vom Nutzer angenommen wird.

Als der Mobilfunkanbieter O2 im Oktober 2012 ein ähnliches Vorhaben ankündigte, hagelte es Kritk von allen Seiten. Der Plan wurde daraufhin für Deutschland auf Eis gelegt. Aber man kann sich schützen: Bislang haben Nutzer die Möglichkeit, der Facebook-App auf ihrem Smartphone die Berechtigung zur Standortabfrage zu entziehen – oder das Programm schlicht nicht zu nutzen.

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