Brüssel (dpa) - Bücher, Filme und Gemälde aus Museen und Bibliotheken sollen für EU-Bürger von 2016 an im Internet frei zugänglich sein. Das hat eine Expertengruppe zur Digitalisierung des kulturellen Erbes Europas der EU-Kommission am Montag in ihrem Abschlussbericht empfohlen.

Die Mitgliedstaaten müssten sich intensiver darum bemühen, die Sammlungen ihrer Bibliotheken, Archive und Museen ins Netz zu stellen und ihre Mittel dafür aufstocken, heißt es in dem Bericht des «Ausschusses der Weisen». Die Experten zitieren eine Studie, wonach rund 100 Milliarden Euro notwendig sind, um das gesamte europäische Kulturerbe online zu bringen.

Durch den Zugriff auf Sammlungen im Internet werde «die reiche Geschichte und Kultur Europas» zur Geltung gebracht, sagte die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes in Brüssel. «Auf diese Weise werden hochwertige Inhalte für viele Generationen ins Netz gestellt.»

Die Empfehlungen aus dem Bericht sollen in die sogenannte Digitale Agenda für Europa einfließen. Mit ihr will die EU-Kommission Kultureinrichtungen beim Übergang ins digitale Zeitalter unterstützen. Vor allem die von der Kommission initiierte Online-Bibliothek Europeana soll gestärkt werden. Das Portal macht Europas kulturelles Erbe kostenlos übers Internet zugänglich.

Die Bundesrepublik ist an Europeana mit der Deutschen Digitalen Bibliothek beteiligt. Das Großprojekt läuft seit Ende 2008. Die EU-Kommission stellt jährlich zwei Millionen Euro für den Unterhalt der Plattform bereit. Die Kosten für die Digitalisierung tragen die Mitgliedsstaaten.

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