Vor knapp 20 Jahren waren Blogs eine Rarität im Internet. Was zunächst als privates Hobby und erste öffentliche Plattform für Meinungen oder persönliche Erlebnisse begann, stellte sich mit zunehmender Leserschaft für einige Blogger bald als lukrative Einnahmequelle heraus.

Mittlerweile gilt der Markt Experten zufolge jedoch als übersättigt und ein erfolgreicher Eintritt in die Blogosphäre im Jahr 2016 als schwierig. Erst kürzlich behauptete Social Influencer und YouTube-Star Sami Slimani jedoch genau das Gegenteil, nämlich dass gerade Blogs die Zukunft im WWW darstellen. Trifft dies tatsächlich zu, stellt sich die Frage, wie sich Blogs im digitalen Zeitalter behaupten können.

Blogs sind vielleicht die beste Form für den Start in die Selbständigkeit. Einfach und schnell können sie ebenso wie Firmenwebseiten mit einem Homepage-Baukasten von 1&1 erstellt und mit Inhalten gefüllt werden. Doch die Konkurrenz, die ebenfalls um Aufmerksamkeit buhlt, ist groß: Allein in Deutschland sollen knapp 200.000 Blogs existieren – Tendenz steigend. Das ursprüngliche Konzept des Bloggens – seine Meinungen und Gedanken öffentlich mitzuteilen – ist mittlerweile häufig der Einhaltung starrer textlicher Strukturen und suchmaschinenrelevanter Kriterien gewichen, um möglichst viele Klickzahlen zu erreichen. Doch das ist nicht jedermanns Antrieb: Der erfolgreiche Langzeitblogger Peer Wandiger zum Beispiel, der seit Jahren die Webseite Selbstständig-im-Netz betreibt, würde vor allem aufgrund der Liebe zum Schreiben trotz der Konkurrenz auch heute noch mit einer eigenen Webseite starten und nennt als wichtige Erfolgsfaktoren unter anderem Ausdauer und die Wahl des richtigen Themas. Die meisten Blogger so Wandiger, gäben auf, die erfolgreichen jedoch nicht.

Heutzutage erfolgt über die Hälfte aller Zugriffe auf Webseiten von mobilen Geräten aus. Bestehende und auch neue Blogs müssen sich also auf veränderte Nutzungsbedingungen einstellen und technische Maßnahmen ergreifen, um das Surfen am Desktop sowie auf mobilen Endgeräten zu erleichtern. Angefangen beim Responsive Design bis hin zu Texten mit tatsächlichem Mehrwert sollten sich Blogger stets über aktuelle Trends bezüglich der technischen Optimierung des Blogs sowie über ihre Besucherquellen informieren. Wer seinen Blog richtig optimiert, wird in Suchmaschinen auch gefunden. Da vor allem Besucher, die über ein mobiles Endgerät recherchieren, meist schnelle Informationsvermittlung erwarten, ist eine sinnvolle und übersichtliche Struktur der Webseite und der Inhalte selbst von enormer Wichtigkeit. Nur wer diese Punkte umsetzt, wird auf die Dauer eine große Leserschaft mit seinem Blog erreichen.

Erfolgreiche Blogs, egal, ob diese bereits vor vielen Jahren an den Start gegangen sind oder vor wenigen Monaten, sollten im Web 3.0. als Teil eines Multichannel-Systems aufgebaut werden. Ebenso wenig, wie das Web nicht mehr ausschließlich vom Desktop-Computer, sondern auch von Smartphones, Tablets und Co. aus angesteuert wird, kommunizieren und interagieren die User von verschiedenen Kanälen aus. Die Idee des Multichannel-Marketing stammt eigentlich aus dem Online-Shopping-Bereich und bedeutet, dass unterschiedliche Plattformen als Werbe- und Informationskanäle dienen. Wer seine Internetpräsenz auf einen Blog beschränkt, wird in der Regel weitaus weniger User erreichen, als diejenigen mit aktiven Social Media Kanälen wie Youtube oder Facebook, die interessierte Nutzer über Abonnements und Likes regelmäßig auf dem Laufenden halten können.


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