Hannover (dpa) - Nur 15 Prozent der deutschen Schüler arbeiten einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge im Unterricht täglich mit dem PC. Dabei wäre es sinnvoll, die Schüler dort abzuholen, wo sie sich in ihrer Freizeit gerne und viel engagieren.

Das sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer am Mittwoch auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Digitale Medien seien unerlässlich, um moderne Unterrichtskonzepte umzusetzen. «Im Kern geht es um eine stärkere individuellere Förderung der einzelnen Schüler.»

Wer den Fachkräftemangel beklage, müsse auch selbst für Nachwuchs sorgen und damit beginne man am besten in der Schule, sagte Scheer. 76 Prozent der befragten Lehrer gaben in einer Umfrage an, Schüler seien durch Medieneinsatz motivierter. 79 Prozent sind davon überzeugt, dass die Schüler schneller lernen. 92 Prozent der befragten Schüler fanden, dass der Unterricht durch Medien interessanter sei.

«Die Leistungsunterschiede in den Klassen werden durch aktuelle Trends in der Bildungspolitik verschärft», sagte August-Wilhelm Scheer. Ein Vorteil von digitalen Lernprogrammen oder E-Books sei ihr modularer Aufbau: Je nach Kenntnisstand erhielten Schüler unterschiedliche Übungen. Zudem übernehme die Lernsoftware einen Teil der Betreuung durch eingebaute Feedback-Funktionen.

Aus Sicht des Bitkom sollten innerhalb der nächsten drei Jahre alle Klassenräume in Deutschland mit einem Internetzugang und einem «Whiteboard» ausgestattet sein - das ist eine interaktive Tafeln mit Internetzugang. Die Finanzierung müsse Eltern mit einbeziehen, dürfe aber sozial schwache Familien nicht zurücklassen. Die zuständigen Schulbehörden der Bundesländer sollten Strategien für den Einsatz neuer Medien im «digitalen Klassenzimmer» entwickeln, forderte Scheer.

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