Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Unschärfen, Schatten, Geisterbilder: Wem so etwas auf seinem neuen 3D-TV entgegenflimmert, der kann sich sicher sein, dass die 3D-Brille auf seiner Nase nicht zum Display passt.

Grundsätzlich sollten Verbraucher nur solche Brillen anschaffen, die der TV- oder Display-Hersteller anbietet oder empfiehlt, rät die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Die dreidimensionale Wahrnehmung elektronischer Bilder setzt zwei aus leicht unterschiedlichen Winkeln aufgenommene oder errechnete Teilbilder voraus, die nachahmen, wie Menschen sehen, erklärt die gfu. Das nennt sich Stereoskopie. 3D-Fernseher zeigen die beiden Motive der stereoskopischen Bilderpaare für das linke und das rechte Auge nacheinander.

Die 3D-Brillen, deren Gläser aus LCD-Scheiben bestehen, sorgen dafür, dass jedes Auge immer nur die richtigen Teilbilder zu sehen bekommt. Den Takt, in dem die auch Shutterbrillen genannten 3D-Sehilfen per Infrarot angesteuert und für Sekundenbruchteile verdunkelt werden, bestimmen die Fernsehgeräte oder Displays. Wenn diese nicht mit den Brillen abgestimmt sind, leidet die Bildqualität.

Shutterbrillen werden 3D-Begeisterte noch eine ganze Weile begleiten. Denn 3D-Displays, die ohne Brille oder für mehrere brillenlose Betrachter gleichzeitig funktionieren (Multiview) und eine der Brillenlösung vergleichbare Bildqualität bieten, sind laut gfu noch Zukunftsmusik.

Multiview-Displays müssen eine größere Anzahl stereoskopischer Bilderpaare bieten und gleichzeitig anzeigen, damit 3D-Bilder auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln sichtbar sind. Für eine wirklich gute Multiview-Qualität wären theoretisch 20 Bilderpaare wünschenswert, als Minimum für ein akzeptables Bild gilt heute die Zahl von 9 Bilderpaaren - doch allein dafür müsste das Display bei Full-HD-Auflösung schon fast 19 Millionen Bildpunkte haben.

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