Heute fällt die Hektik des Jahres von uns ab

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Von Martin Vogler.

Von Martin Vogler.

Von Martin Vogler.

Heute fällt alles von uns ab. Die Buden der Weihnachtsmärkte werden abgebaut, am Vormittag letzte Besorgungen erledigt. Die Hektik der letzten Wochen mit übervollen Terminkalendern und einem Berg von noch vor dem Fest zu erledigenden Aufgaben ist plötzlich weg. Nicht jeder wird diesen rasanten Wechsel von Überaktivität zu Ruhe und Besinnlichkeit mental problemlos wegstecken.

Doch auch wenn es schwer fallen mag, kann es uns weiterbringen, wenn wir die Stille zulassen, statt uns sofort wieder mit neu erfundenen Aktivitäten abzulenken. Nur dann haben wir die Chance, in einer sich vermeintlich stets schneller drehenden Welt oft verwirrende Eindrücke zu verarbeiten. Eine kleine Auswahl der gestern konkurrierenden Informationen zeigt das:

– Bombenattentate in Rom: Die machen uns Angst. Reflex: Handelt es sich doch um islamistischen Terror? Gestern in Rom, heute bei uns?

– Dramatisches Busunglück in Düsseldorf: Schreck und dann die Erleichterung, dass die Passagiere unglaubliches Glück hatten und keiner starb oder extrem schwer verletzt wurde. Reflex: Darf man von einem Wunder sprechen?

– Gestiegene Umsätze im Weihnachtsgeschäft: Das christliche Fest hat auch eine stark ausgeprägte kommerzielle Seite. Reflex: Warum auch nicht, wenn es der Wirtschaft gut tut?

– Erstmals seit Jahrzehnten weiße Weihnacht im ganzen Land: Wer nicht reisen muss, kann das genießen. Reflex: Romantik ausleben und in Jugenderinnerungen schwelgen?

Diese facettenreiche Reihe ließe sich ewig fortsetzen. Ob uns das weiter brächte, ist zweifelhaft. Wir würden womöglich eher verwirrt. Denn unser Problem ist nicht, dass uns zu wenige Informationen zugänglich sind. Gerade angesichts ihrer Fülle fällt es uns immer schwerer, ihren Wert richtig einzuordnen und sie somit zu verarbeiten.

Die Feiertage bieten die Chance, da einiges nachzuholen. Wir als Zeitung möchten gerne dabei helfen: Indem wir auch in der heutigen Ausgabe natürlich aktuell informieren, aber ebenso zum Beispiel mit schönen Fotos Erinnerungen wach werden lassen und bereits Rückschau auf das Jahr 2010 halten.

Wir hoffen, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, daraus reichlich Gewinn ziehen!

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