Hagen Strauß.
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Hagen Strauß.

Ursula von der Leyen hat gut daran getan, ihre verunglückte Pauschalkritik an der Bundeswehr zu bedauern und neu einzuordnen – weil sie ansonsten klar den Kürzeren gezogen hätte. Die politische Führung der Truppe ist auf besondere Loyalität angewiesen, damit sie ihren Job vernünftig und erfolgreich machen kann. Erst Recht, da die Bundeswehr inmitten einer historischen Reform steckt. Das hat von der Leyen verstanden.

Vor allem aber war es notwendig, diese Front zu bereinigen, um sich in der Affäre um den Offizier Franco A. auf das Wichtige konzentrieren zu können. Denn jetzt muss zügig herausgefunden werden, wie groß das rechte Netzwerk in der Bundeswehr tatsächlich ist, warum es zustande kommen konnte, ob es gedeckt wurde und wie solche üblen Machenschaften künftig verhindert werden können. Falsch verstandener Korpsgeist darf in der Bundeswehr keine Rolle mehr spielen. Darüber hinaus gibt es in der Armee offenbar ein weit verbreitetes, schiefes Traditionsbild – auch damit muss von der Leyen aufräumen. Das sind die anstehenden Aufgaben für die Ministerin. Jede Menge Arbeit. Allerdings gehören große Herausforderungen zum Tagesgeschäft, wenn man das Verteidigungsressort führt.

Von der Leyen hat nun den richtigen Weg eingeschlagen. Sie legt offen, was offengelegt werden muss. Sie hat aus den Fehlern ihrer Vorgänger gelernt, die in der Vergangenheit zu vieles unter der Decke gehalten haben. Die Ministerin begreift den Skandal als Chance, um notwendige und überfällige Veränderungen vorzunehmen. Etwas spät, aber nicht zu spät, hat sie auch noch begriffen, dass zu viel Inszenierung in eigener Sache keinem hilft - weder ihr, noch der Bundeswehr.

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