Peter Kurz.
Peter Kurz.

Peter Kurz.

Sergej Lepke

Peter Kurz.

Wer von Allergien (bisher) verschont geblieben ist, mag das Leid der Betroffenen bagatellisieren: Das bisschen Schnupfen, der kleine Hautausschlag . . . Doch oft sind es weit mehr als bloße Unannehmlichkeiten, die Allergiker zu ertragen haben. Wer einmal einen Asthmaanfall erlebt hat, kann ermessen, dass es hier zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen kann. Allergien bedeuten nicht nur einen Mangel an Lebensqualität, sondern belasten indirekt auch alle anderen – durch Kosten, die dem Gesundheitssystem entstehen.

30 Prozent der Erwachsenen leiden im Laufe ihres Lebens an mindestens einer allergischen Erkrankung. Das mag den (noch) nicht Betroffenen zeigen, dass auch sie nicht dauerhaft auf der sicheren Seite sein müssen.

Bei der Ursachenforschung tendieren die Experten dazu, dass die Zunahme etwas mit „westlichem Lebensstil“ zu tun hat. Gerade an unserer Geschichte lässt sich das gut ablesen: In den neuen Ländern gab es früher trotz höherer Luftverschmutzung weniger Allergien, mittlerweile gleichen sich die Werte immer mehr an. Heute sind Großstädter deutlich gefährdeter sind als die Landbevölkerung. Was auch mit den Ernährungsgewohnheiten zu tun haben dürfte. Eine Kennzeichnung von Inhaltsstoffen in Lebensmitteln ist daher sinnvoll.

Doch es gibt auch verunsichernde Informationen. So stuft etwa der von den gesetzlichen Krankenkassen getragene Igel-Monitor den „Immunglobulin G“-Test negativ ein. Das Portal, das den Nutzen der von Patienten selbst zu zahlenden Arzt-Leistungen bewertet, warnt: ein solcher „Immun-Check“ könnte dazu führen, dass ein Patient bestimmte Nahrunsmittel zu Unrecht meidet und eine Mangelernährung riskiert.

Seriöse und zuverlässige Informationen für die Betroffenen sind wichtig. Ebenso wichtig aber sind wissenschaftliche Studien, die den Ursachen der Volkskrankheit Allergien auf den Grund gehen. Erst so lässt sich der Trend auf lange Sicht umdrehen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer