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Andreas Reiter.

Andreas Reiter.

Sergej Lepke

Andreas Reiter.

Weder Politik noch Polizei haben es bisher – trotz vieler Versuche – geschafft, den Bürgern ein nachhaltiges Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Der Stachel der Kölner Silvesternacht sitzt immer noch tief, auch neue Nachrichten über kriminelle Clans oder Rocker, die an Rhein und Ruhr ihr Unwesen treiben, tragen nicht zur Beruhigung der Stimmung bei. Da helfen auch keine Statistiken, die besagen, dass die Zahl schwerer Straftaten in Nordrhein-Westfalen rückläufig ist.

Kleine Waffenscheine sind begehrt wie nie. Und damit gleichzeitig der legale Zugang zu Gasfeuerwaffen, weil die meisten Antragsteller die notwendigen Voraussetzungen mitbringen. Wer volljährig ist, geistig tauglich und nicht einschlägig vorbestraft, darf einen kleinen Waffenschein beantragen – und wird ihn auch bekommen.

Dabei sind Gasfeuerwaffen sehr gefährlich. Ihr Einsatz kann sogar tödliche Folgen haben, wenn zum Beispiel aus kurzer Distanz auf bestimmte Körperregionen geschossen wird. Vor einer möglichen Herzschwäche des Kontrahenten mal ganz abgesehen. Und ob es sich dann um Notwehr oder eine unnötig überzogene Attacke gehandelt hat, entscheiden am Ende Richter.

Der Waffenbesitzer riskiert aber nicht nur in solchen Fällen ernste strafrechtliche Folgen. So muss die Waffe etwa sehr sorgsam verwahrt werden, damit sie nicht in die Hände der eigenen Kinder gerät, die sich oder andere beim Spielen damit verletzen könnten.

Die Polizei warnt regelmäßig davor, privat aufzurüsten. Der Einsatz von Gaspistolen kann nach den Erfahrungen der Beamten Situationen schnell eskalieren lassen. Wer glaubt, mit einer Waffe in der Hand sicherer zu sein, irrt. Der beste Gegenbeweis hierfür sind die USA mit praktisch nicht vorhandenen Einschränkungen. Dort besitzt jeder Mensch rechnerisch zwei Feuerwaffen. Dennoch bekommt das Land die Schwerstkriminalität nicht in den Griff.

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