Rolf Eckers
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Sergej Lepke

Rolf Eckers

Es ist ein übler Cocktail, der in unserem Grundwasser landet. Nitrat, Pestizide, Arzneien. Nicht nur die Grünen und andere professionelle Umweltschützer schlagen Alarm, sondern auch die Wasserwirtschaft. Wegen der zu hohen Nitratbelastung warnt sie vor erheblich steigenden Preisen für Trinkwasser. Knapp ein Drittel aller Messstationen für Grundwasser weisen schon jetzt einen zu hohen Nitratwert aus. Dabei ist der Stoff nicht grundsätzlich schädlich. Ganz im Gegenteil. Das in Gülle, Stallmist und Kunstdünger enthaltene Mineralsalz liefert jenen Stickstoff, der Pflanzen besser wachsen lässt. Nur: Was im Boden nicht abgebaut wird, geht ins Grundwasser. In großen Mengen ist Nitrat, vor allem aber sein Abbauprodukt Nitrit, schädlich. Es gilt als krebserregend.

Fast überall in Deutschland wird reichlich gedüngt und gespritzt. Besonders kritisch ist die Lage dort, wo viele Tiere gehalten werden, also in NRW und Niedersachsen. Helfen soll die neue Düngeverordnung, die Anfang vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Die Wasserwirtschaft hält aber nur wenig von dem Regelwerk. Es gebe zu viele Ausnahmen und zu wenige Kontrollen. Der Bauernverband sieht das völlig anders. Die Auflagen seien extrem streng. Mehr könnten die Betriebe nicht verkraften.

Einfache Lösungen gibt es beim Ringen um sauberes Wasser nicht. Aber kleine Schritte sind möglich. Wie es sie zum Beispiel rund um München gibt. Die Stadtwerke der Millionenstadt bezahlen seit vielen Jahren Ökobauern in der Region dafür, dass sie eine gewässerschonende Landwirtschaft betreiben. Mit Erfolg: Die Nitratbelastung ist deutlich geringer als in fast allen anderen Teilen der Republik. Es gibt viele Gründe, warum die konventionelle Landwirtschaft hierzulande nicht in kurzer Zeit flächendeckend auf eine ökologische umgestellt werden kann. Aber es gibt keine guten Gründe, warum dieser wünschenswerte Umbau nicht stärker gefördert werden sollte. Das wäre gut für Menschen, Tiere und die Umwelt.

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