Rolf Eckers, Kommentarfoto 2015 nur dieses benutzen
Rolf Eckers

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Nele Eckers

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Besser als derzeit kann es für Recep Tayyip Erdogan kaum laufen. Der türkische Präsident wird von allen gebraucht. Als Partner im Kampf gegen die Terroristen vom Islamischen Staat und als Türsteher Europas, der Millionen Flüchtlinge davon abhält, weiter Richtung Norden zu ziehen. Selbst der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär wird Erdogan nicht nachhaltig in Schwierigkeiten bringen. Zwar droht der russische Präsident Wladimir Putin mit harten Sanktionen. Aber beide Seiten sind vor allem beim Handel mit Erdgas zu sehr aufeinander angewiesen, um sich einen Dauerkonflikt leisten zu können.

Von der EU wird Erdogan reichlich Geld geboten. Drei Milliarden Euro dürften jährlich fließen, damit Ankara die Flüchtlinge in der Türkei versorgen kann. Um das Land am Bosporus zusätzlich zu entlasten, wollen einige EU-Staaten einem Teil der Flüchtlinge die legale Weiterreise nach Europa ermöglichen. Schließlich darf Erdogan sogar darauf hoffen, dass es echte Fortschritte bei den seit Jahren stockenden Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei gibt.

Erdogans Position ist so stark, dass er seine Kritiker einfach verhaften lässt. In den vergangenen Tagen traf es Journalisten und hochrangige Militärs. Sie hatten dem türkischen Präsidenten vorgeworfen, Waffen an den Islamischen Staat zu liefern. Tatsächlich spricht vieles dafür, dass Erdogan im Syrien-Konflikt ein doppeltes Spiel spielt, weil er den IS offiziell bekämpft und ihn gleichzeitig im Kampf gegen die verhasste kurdische PKK unterstützt. Trotz dieser dubiosen Rolle und trotz aller Demokratiedefizite werden die Europäer Erdogan hofieren. Denn in der Flüchtlingsfrage geht nichts ohne ihn

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