Peter Kurz
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Sergej Lepke

Peter Kurz

Ausgerechnet ein Vermögensberater als Interviewer beim Mikrozensus – die Bedenken eines Teilnehmers an dieser Pflichtveranstaltung sind verständlich. Es geht um hochsensible Fragen, die er da beantworten soll. Und wenn er sich schon nicht gegen die eigene Mitwirkung wehren kann, so sollte dem Befragten doch wenigstens das Gefühl vermittelt werden, dass seine Daten nicht in falsche Hände geraten.

Gewiss gibt es seriöse Vermögensberater, gewiss muss man niemandem unlautere Absichten unterstellen, wie er persönlich mit den Daten über die finanziellen Verhältnisse des Teilnehmers umgeht. Doch darauf kommt es nicht an. Es geht um die Perspektive des Befragten, der ja seinerseits schon mit dem Ausfüllen des 183-Fragen-Erhebungsbogens nicht nur Aufwand im Dienste der Allgemeinheit leistet, sondern auch der Statistik-Behörde einen Vertrauensvorschuss in Sachen Datenschutz gibt. Diese sollte ihrerseits alles tun, diesem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden.

Wenn man amtlicherweise schon keine Bedenken hat, einen Vermögensberater als Interviewer einzuschalten (was schon seltsam anmutet), sollte man jedenfalls den Mikrozensus-Befragten deutlich darauf hinweisen, dass er sich auch allein durch den Fragenwust kämpfen kann. Was zwar für diesen ein höherer Aufwand ist, aber den finanziellen Striptease vor einem Wildfremden vermeidet.

Klar gebe es diese Möglichkeit, heißt es von amtlicher Seite auf Nachfrage. Allerdings wäre es doch angebracht, den auskunftspflichtigen Bürger ganz direkt und deutlich darüber zu informieren. Eben das geschieht nicht. Im Anschreiben von „IT NRW“ wird neben ein paar erklärenden Worten und einem „Dank im Voraus“ der Besuch des Interviewers angekündigt, der „die Befragung durchführen“ werde. Von einer Alternative ist da nicht die Rede. Die Verwaltung verlangt hier sehr viel vom Bürger. Mehr Bürgerfreundlichkeit als Gegenleistung wäre da angebracht.

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