Mehr Polizei, mehr Ordnungskräfte, mehr Feuerwehr – so stellen sich die Verantwortlichen von Landesregierung und Polizeispitze auf, um im rheinischen Karneval ein Debakel wie in der Kölner Silvesternacht zu vermeiden. In der Domstadt kommen noch ein „Frauen Security Point“ und Dolmetscher zum Einsatz. Die Sicherheit an den tollen Tagen lässt sich alleine Köln fast eine halbe Million Euro kosten. Viele andere Kommunen haben die Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls verschärft. Beruhigt das die Menschen wirklich? Können sie unbeschwert feiern? Die sonst so fröhliche Zeit steht schon jetzt unter keinem guten Stern.

Für NRW-Innenminister Ralf Jäger werden die Karnevalstage auf jeden Fall zur Nagelprobe. Der nach den Kölner Übergriffen stark unter Druck geratene SPD-Politiker wird diesmal selbst geradestehen müssen, wenn etwas gravierend schief läuft. Nach Silvester hatte es noch den Polizeipräsidenten Wolfgang Albers das Amt gekostet. Dessen Nachfolger Jürgen Mathies taugt wegen seiner kurzen Amtszeit definitiv nicht zum Sündenbock.

Mehr denn je kommt es nun aber auch auf die Narren selbst an, ob die Karnevalszeit einen guten Verlauf nimmt – oder eben nicht. Das fängt schon mit der Kostümierung an. Wer jetzt immer noch der Meinung ist, sich einen Attrappen-Bombengürtel umbinden zu müssen, täuschend echt aussehende Revolver oder Maschinenpistolen mit sich zu führen, oder sich komplett zu vermummen, wie es im vergangenen Karneval häufig zu sehen war, der wird diesmal schnell die Grenzen der Toleranz kennenlernen. Die Polizei hat nicht grundlos darum gebeten, dies zu unterlassen – und bei Nichtbeachtung konsequentes Vorgehen angekündigt.

Apropros Polizei: Wie verdoppelt man eigentlich recht spontan die Kräfte wie in Köln und Düsseldorf? Natürlich auf Kosten der Beamten. Noch mehr Überstunden für eine Berufsgruppe, die ohnehin schon am Rande der Belastungsgrenze angekommen ist.

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