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Michael Jonas

Michael Jonas

Jörn Martens

Michael Jonas

Leichtathletik fasziniert, Leichtathletik setzt Impulse und Leichtathletik hat eine Verantwortung. Was jeder kann – laufen, springen, werfen – muss Orientierung geben in einer Welt, in der Menschen immer mehr zu Bewegungsarmut neigen. Was das alles mit der Weltmeisterschaft in London zu tun hat? Die Sportlerinnen und Sportler des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) sind Vorbilder. Sie haben gezeigt, mit welcher Leidenschaft, mit welcher Disziplin und mit welchem Willen sie ihre Leistungen abrufen.

Es muss nicht immer um Gold gehen. Die Bereitschaft, alles zu geben, war überall vorhanden. Die Titelkämpfe waren eine Werbung für die Leichtathletik und sollten ein großes Verlangen nach der Europameisterschaft im nächsten Jahr in Berlin auslösen.

Die deutschen Athleten haben sich als gute Botschafter ihres Landes präsentiert. Ihr Auftreten war sympathisch, ihr Leistungseifer groß. Dass nur eine Goldmedaille durch Speerwerfer Johannes Vetter heraussprang, darf nicht als Stillstand gewertet werden. Symbolisch für den neuen Geist war das Verhalten von Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause: Stürzen, aber nicht liegenbleiben.

Die deutsche Leichtathletik befindet sich im Umbruch. Darauf hat der Verband immer wieder hingewiesen. Er steht noch nicht unter Rechtfertigungszwang, denn auf London lässt sich aufbauen. Die dort gezeigten Leistungen in Verbindung mit Emotionen sollten Motivation für den Nachwuchs sein. Soweit er vorhanden ist. Auch das ist die Aufgabe des Sports: Talente zu finden und zu fördern. Wie nach jedem Großereignis.

Die Zielgruppen sind jünger als in der Vergangenheit. Und hier liegt der Weg: Jungen und Mädchen Anreize geben, um sie für den Sport zu begeistern. Voraussetzung ist ein faires Miteinander und ein konsequenter Kampf gegen das Doping. Wird das geschafft, hat die Leichtathletik auf Dauer eine Chance. Mitreißend ist sie allemal.

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