Ein Kommentar von Peter Kurz.
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Wir kennen sie alle, die Unternehmer mit Migrationshintergrund. Hauptsächlich treffen wir auf sie, wenn wir es uns gut gehen lassen wollen – in der Pizzeria, an der Döner-Bude, beim Griechen. Doch in der Summe machen die Betreiber solcher Gastronomie-Unternehmen gerade mal die Hälfte all derjenigen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aus, die hierzulande ein Unternehmen führen. Längst sind sie auch in anderen Wirtschaftsbereichen aktiv. Seit 2005 stieg die Zahl der Firmengründer nach einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung um 33 Prozent auf 709 000.

In Zeiten des wachsenden Zweifels am „Wir schaffen das“ der Bundeskanzlerin ist das eine gute Nachricht. Denn diese Unternehmer bringen ihrerseits wieder Menschen in Lohn und Brot. Die so geschaffenen Arbeitsplätze belaufen sich nach den Ergebnissen der Erhebung auf bundesweit 1,3 Millionen.

„Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ – so geht ein beliebtes Argument von rechtsaußen. Die von Migranten gegründeten Unternehmen schaffen jedoch zusätzliche Jobs. Nun liegt es zwar nahe, dass viele dieser Beschäftigungsverhältnisse nicht von „Alteingesessenen“ besetzt werden. Sondern von Arbeitnehmern, die ihrerseits eine Zuwanderungsgeschichte haben. Von Menschen, die es eben nicht schaffen, bei einem deutschen Mittelständler oder Handwerksbetrieb unterzukommen, weil sie an der Sprachbarriere oder Ausbildungsvoraussetzungen scheitern. Doch das ändert nichts daran, dass es sich um zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse handelt. Und neben der Tatsache, dass hier Dienstleistungen angeboten werden, von denen andere Unternehmen und Verbraucher als Kunden profitieren, haben diese Stellen weitere positive Effekte auf die Gesellschaft.

Jeder dieser Jobs bedeutet, dass sonst vielleicht fällige staatliche Transferleistungen eingespart werden. Und es profitiert auch die Rentenkasse – wenn es sich um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit handelt. Hinzu kommt der gesellschaftliche Gewinn, den jeder dieser Arbeitsplätze verspricht: die Chance auf Integration.

Umso wichtiger ist es, dass der Staat und auch berufsständische Kammern solche Unternehmensgründungen mit Informationen und sonstigen Hilfestellungen stützen. Wie dies beispielsweise Baden-Württemberg mit einer Existenzgründerkampagne macht. Der originelle Titel: „Frag Dimitri“.

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