Ein Kommentar von Olaf Kupfer.
Ein Kommentar von Olaf Kupfer.

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Es gibt Zahlen, die beweisen, dass an diesem elften Bundesliga-Spieltag einiges in Unordnung geraten ist: 39 Spieltage lang rangierte der FC Bayern München saisonübergreifend an der Bundesliga-Tabellenspitze. Seit dem 1:0 in Dortmund ist diese Serie Geschichte. München grüßt von Rang zwei.

Verbunden ist diese Konstellation mit Emporkömmling RB Leipzig und dessen Zahlen – wider jede Ordnung: Nie zuvor blieb ein Aufsteiger an den ersten elf Spieltagen einer Saison ungeschlagen. Leipzig ist deshalb seit dem 3:2-Sieg am Freitagabend in Leverkusen Bundesliga-Rekordhalter – und neuer Tabellenführer.

Man hätte solche Konstellationen nach Jahren der bayerischen Dominanz kaum mehr für möglich gehalten. Und darum darf man sie begrüßen: Spannung ist die Begründung des Fußball-Erfolgs. Die Bayern lassen mal Raum für eine Alternative, dafür sollte man ihnen danken.

Ob das Spannungshoch nun lange anhält, hängt aber davon ab, ob nominelle Spitzenteams wie Dortmund, Gladbach, Leverkusen oder Schalke endlich kontinuierlich punkten. Und nicht ihren Leitsatz viel zu oft ad absurdum führen, der da stets lautete: In jener Saison, in der sich die Bayern mal eine Schwäche erlauben, müssen wir da sein. Ja, wo sind sie nun?

Denn: RB Leipzig wird nicht jene Mannschaft sein, die für den Titel in Frage kommt. Der Aufsteiger ist zwar ein Musterbeispiel dafür, wie Erfolg erdacht und zielstrebig umgesetzt wird, wie Mannschaften gebaut und Trainer passend ausgesucht werden, insofern also ein Beispiel für jahrelang dahinvegetierende Traditionsvereine. Aber: Leipzigs Powerfußball ist anfällig, sobald Geist und Physis mal angeschlagen sind. Das so junge Team hat keine Erfahrung mit Rückschlägen, die kommen werden, weil jung immer auch unbeständig bedeutet.

Um es kurz zu sagen: Wenn die Liga dauerhaft Spannung will, braucht es einen Aufstand der Etablierten. Sonst bleibt das Hoch eine Laune des Fußballs.

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