Partnersuche im Internet statt in der Disco

Peter Kurz
Peter Kurz

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Bernd Nanninga

Peter Kurz

Den Lebenspartner über das Internet kennenzulernen – das ist längst Alltag geworden. In den frühen Tagen des weltweiten Netzes gingen die Betroffenen damit nicht allzu offensiv um. Sie verschwiegen, wie sie zueinander gefunden hatten. Wollten so vielleicht Gerede vermeiden, dass sie zur „echten“ Partnersuche nicht fähig seien. Heute dagegen ist es ein akzeptables Argument, dass man sich die mühsame Partnersuche in der wirklichen Welt ersparen möchte. Wo doch die virtuelle Kontaktaufnahme nicht nur viel einfacher, sondern auch erfolgversprechender ist. Das Angebot – Internet statt Disco – erscheint schließlich viel größer.

Gewiss, einer auf diese Weise entstandenen Partnerschaft fehlt das romantische Element. Es fehlt die kribbelnde Geschichte, an die sich Partner, die sich vielleicht aufgrund eines ganz unwahrscheinlichen Zufalls, einer lustigen Begebenheit oder nach Überwindung großer Hindernisse begegnet sind, ein Leben lang gern erinnern. Doch auch solche Erlebnisse, das kennen wir alle, schützen keineswegs vor einem Zerbrechen der Beziehung. Kurz und gut: Die virtuell eingefädelte Liebe ist selbstverständlich keine Liebe zweiter Klasse.

Dennoch ist Enthusiasmus fehl am Platze. Da werben Anbieter von Partnerbörsen damit, sie hätten die Glücksformel gefunden. Mit quasi wissenschaftlicher Genauigkeit könnten sie aus dem großen Pool der Suchenden die passenden Menschen mit mathematischer Genauigkeit zueinander führen. Doch auf das Versprechen, dass Liebe kein Zufall sei, sondern organisiert werden könne, sollte niemand hereinfallen. Denn umso größer ist später die Enttäuschung. Herr oder Frau Perfekt, die sich in der virtuellen Welt so makellos präsentierten, haben auch ihre Macken. Dass eine gute Partnerschaft immer auch aus Kompromissen besteht, wird hier ausgeblendet. Und dass im Schutze der Anonymität des Netzes manch ein Betrüger sein Geschäft machen will, sollte zur Vorsicht mahnen.

Die Partnerbörsen zeigen einmal mehr, wie sehr das Internet unser Leben verändert. Da ist eben nicht nur das Rauschen in den sozialen Netzwerken, in denen sich die Menschen übertrieben schnell zu Freunden erklären und doch in der virtuellen Welt bleiben. Manch ein Kontakt schafft es auch ins richtige Leben. Und das ist doch gut so.

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