Der Anschlag von Bonn hat einen islamistischen Hintergrund

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Ein Kommentar von Lothar Leuschen.

Ein Kommentar von Lothar Leuschen.

Michaelis, Judith

Ein Kommentar von Lothar Leuschen.

Die Ruhe war trügerisch. Jahre, nachdem die sogenannte Sauerlandgruppe aufgeflogen ist, ehe sie mit ihren Sprengsätzen Dutzende in den Tod reißen konnte, schreckt mutmaßlich ein neuer Attentatsversuch Deutschland auf. Die Bombe von Bonn ist womöglich von radikalen Moslems gelegt worden.

Die Ruhe war trügerisch, aber sie war nicht zu trügerisch. Dass schon am Tag nach dem vereitelten Anschlag erste Verdächtige festgenommen wurden, zeigt, dass die Ermittlungsbehörden sehr wachsam sind. Das ist beruhigend, zumal die Pannen im Zusammenhang mit dem mörderischen Nazi-Trio ganz andere Befürchtungen genährt haben. Nein, Deutschland lässt sich nicht so ohne weiteres überrumpeln. Wer meint, seine noch so unsinnigen Ziele mit Gewalt erreichen zu können, trifft auf einen Staat, der allen Fehlern und Schwächen zum Trotz gewappnet ist. Und doch liegen zwischen Glück, Ermittlungserfolg und Katastrophe nur Millisekunden oder winzige Fehler. Deshalb ist es nicht damit getan, gewaltbereite Islamisten oder Salafisten zu beobachten. Wenn den Verblendeten auch nur ein Attentat gelingt, ist der Schaden so groß, dass er die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern wird.

Deshalb ist es auch Aufgabe der ganzen Gesellschaft, nicht zuzulassen, dass sich Ghettos bilden, in denen die erste Sprache nicht mehr Deutsch ist. Der Staat muss verhindern, dass Kinder von Schule, Ausbildung und Beruf abgekoppelt werden, nur weil die Wiege ihrer Eltern in Ankara, Algier oder Tunis stand. In Deutschlands Grundschulen fällt laut Iglu-Studie jedes fünfte Kind wegen Sprachschwierigkeiten auf. Was dem meistens folgt, klingt nach Plattitüde, ist aber wahr. Ohne Deutsch kein Schulabschluss, kein Beruf, keine Zukunft. Und dass die Perspektivlosen potenzielle Komplizen von Extremisten sind, beweisen nicht erst die Islamisten.

Dennoch gilt: Wer in Deutschland leben will, muss sich an die Gesetze und Regeln halten, die für die Gemeinschaft in Deutschland gelten. Diese Regeln zu respektieren, fällt leichter, je stärker ein Mensch in das gesellschaftliche Leben eingebunden ist. Deshalb ist Integration auch keine Spielwiese von Sozialromantikern, sondern notwendige Politik für mehr Sicherheit.

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