Stefan Vetter, Kommentarfoto 2015
Stefan Vetter

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Angekündigt hatte es sich schon vor ein paar Wochen. Nun haben die Fachleute der Rentenversicherung gewissermaßen ein Häkchen daran gemacht: Den gut 20 Millionen Senioren winkt im kommenden Jahr ein rekordverdächtiges Plus bei ihren Altersbezügen. Zwischen vier und fünf Prozent mehr – das ist ein kräftiger Schluck aus der Pulle.

Mit einer vermeintlichen Großzügigkeit der Bundesregierung hat das freilich nichts zu tun. Die Rentenanpassung folgt einer komplizierten Berechnungsformel, die trotzdem gelegentlich an Willkür erinnert. Aktuelles Beispiel: Durch einen statistischen Sondereffekt fiel die Rentenerhöhung in diesem Jahr magerer aus als erwartet. 2016 sorgt dieser Effekt nun für einen zusätzlichen Schub.

Grundsätzlich hat die Rentenanpassung mit der Entwicklung der Löhne zu tun. Und die haben ordentlich zugelegt. Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass auch die Ruheständler an der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Land teilhaben. Schließlich mussten sie in der Vergangenheit auch ökonomische Flauten mit gleich drei Nullrunden in Folge „bezahlen“.

Begünstigend wirken noch ein paar andere Faktoren: Zu Jahresbeginn wurde der Rentenbeitrag gesenkt, was sich zusätzlich rentensteigernd bemerkbar macht. Auch hat sich die Zahl der Beitragszahler dynamischer entwickelt als die der Senioren. Auch das trägt zum satten Plus bei. In den Folgejahren wird es so rasant aber nicht mehr weitergehen. Die Beschäftigtenzahlen dürften einstweilen kaum noch steigen. Die gute Botschaft der Rentenexperten sollte das aber nicht schmälern. Schlechte Nachrichten gibt es in diesen Tagen wahrlich genug.

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