Hagen Strauß, Kommentarfoto 2015
Hagen Strauß.

Hagen Strauß.

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Hagen Strauß.

Eine Fußballmannschaft aus Gier und zur Gewinnmaximierung töten zu wollen, dürfte in der deutschen Kriminalgeschichte einzigartig sein. Was für ein Motiv. Was für ein Wahnsinn.

Das ist aber nur eine Erkenntnis, die sich aus der jetzt erfolgten Festnahme im Fall des Anschlags auf den BVB-Bus ziehen lässt. Die andere ist: Wieder einmal hat sich gezeigt, was in solchen Fällen die obersten Gebote sein müssen. Nämlich Ruhe zu bewahren, die Ermittler ihren Job machen zu lassen und nicht vorschnell zu urteilen. Einfach mal die Klappe halten. Vor allem in den sozialen Netzwerken. Denn übereilte Schuldzuweisungen gab es bei Twitter, Facebook und Co reichlich. Viele glaubten, nach dem Attentat auch gleich die Attentäter zu kennen. Mal waren es Islamisten, mal Rechte, dann wieder Hooligans. Und politisch wurde insbesondere von extremer Seite versucht, Gewinn aus dem schlimmen Ereignis zu schlagen.

Alles Quatsch, wie man seit gestern weiß. Es war ein Täter, der angetrieben wurde von der schnödesten aller menschlichen Unzulänglichkeiten. Ob es noch Hintermänner gibt, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. Jedenfalls muss man den Sicherheitsbehörden ein großes Kompliment machen, dass sie sich nicht haben beindrucken lassen von der einen oder anderen öffentlichen Debatte. Gute Arbeit.

Die Erkenntnisse zum Anschlag belegen leider, in welchen kruden und verrückten Zeiten die Menschen leben. Alles ist möglich, jede noch so unvorstellbare Attacke könnte irgendwann Realität werden. Aber: Es bleibt eine kleine Minderheit, die die Werte einer freien Gesellschaft und die Spielregeln des Zusammenlebens angreift. Das muss man sich immer wieder bewusst machen. Von diesen Leuten darf man sich nicht einschüchtern lassen. Auch diesbezüglich sind die Spieler des BVB gute Vorbilder.

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