Ein Kommentar von Andreas Reiter.
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Zwei Aspekte sind bei dem Bombenanschlag auf das Gebetshaus der Sikhs in Essen besonders erschreckend: Dass ausgerechnet zwei 16-jährige Teenager offensichtlich so fanatisiert sind, dass sie eine so grausame Tat kaltblütig durchführen. Und dass die beiden IS-Anhänger in Deutschland aufgewachsen sind. Natürlich sind die Attentäter nicht die einzigen Muslime, die hier ihre Wurzeln haben und dennoch von einem Kalifat zu träumen scheinen. Aber fassen kann man das eigentlich nicht.

Fest steht, sie haben keine mitteleuropäische Werte angenommen. Und keine Ahnung, was das Leben in einem Kalifat für sie bedeuten würde. Dächten die beiden einen – für sie vielleicht wünschenswerten – Schritt weiter, dann könnten sie sich als Kanonenfutter an der Front oder mit einem Bombengürtel um die Hüfte als Selbstmordattentäter sehen. Mehr sind diese aus Deutschland stammenden selbst ernannten Kämpfer für die IS-Truppen in Syrien oder dem Irak nicht wert. Das haben schon andere erlebt, die längst reumütig vor deutschen Gerichten stehen und davon berichten, was sie an Grausamkeiten erlebt haben und warum sie – unter Lebensgefahr – geflohen sind.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) lobte gestern die Arbeit der Behörden, sprach von einem schnellen Fahndungserfolg. Das mag auf den ersten Blick stimmen. Die beiden 16-Jährigen waren dem Staatsschutz aber schon in der Vergangenheit aufgefallen. Wie hat die Behörde darauf reagiert? Davon spricht Jäger nicht. Die Ermittler müssen noch mehr Druck auf die potenziellen Gefährder machen, ihnen eindrücklich klarmachen, dass der eingeschlagene Weg prinzipiell in einer Katastrophe endet. Der von Jäger betonte hohe Fahndungsdruck in Nordrhein-Westfalen bringt nichts, wenn erst gewartet wird, bis etwas Schlimmes passiert. Der Anschlag in Essen war schlimm, auch wenn er angesichts von 200 Hochzeitsgästen zum Glück glimpflich ausgegangen ist.

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