Die Alterung Deutschlands schreitet schnell voran.

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Ein Kommentar von Stefan Küper.

Ein Kommentar von Stefan Küper.

Ein Kommentar von Stefan Küper.

Die Deutschen werden immer älter. Das ist zunächst einmal eine sehr gute Nachricht – die aber bei vielen Menschen von Ängsten begleitet wird: Werde ich mein Leben auch im hohen Alter noch genießen können? Wer wird für mich da sein? Werde ich Pflege benötigen? Welche Qualität wird sie haben?

Zwar bleiben Senioren in der Regel auch immer länger fit, aber bei über 95-Jährigen liegt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu sein, heute bei mehr als 80 Prozent. Was passiert also, wenn immer mehr Menschen dieses Alter erreichen?

Dies alles sind drängende Fragen, die sowohl an die Politik als auch an die Gesellschaft insgesamt gestellt werden müssen. Denn es geht nicht nur um Finanzierungsprobleme, sondern auch um die ganz grundsätzliche Frage, wie wir in einigen Jahrzehnten leben wollen. Es geht um die Frage, in was für einer Gesellschaft alte Menschen, die Hilfe benötigen, gut aufgehoben sind.

Die Politik könnte den ersten Schritt dorthin gehen: mit Ehrlichkeit. Dazu würde gehören, zuzugeben, dass unser Pflegesystem bisher nicht einmal annähernd auf die Herausforderungen vorbereitet ist, die schon in wenigen Jahrzehnten kommen werden – trotz der Pflegereform.

Zur Ehrlichkeit würde auch gehören, zuzugeben, dass wir im Bereich Wohnen und Städtebau noch sehr viel tun müssen, um seniorengerechte Städte zu schaffen. Und nicht zuletzt würde dazu gehören, den Menschen zu verdeutlichen, dass Geld nicht reichen wird, um ein seniorengerechtes Land zu schaffen.

Die Gesellschaft selbst ist gefragt. Wichtig wäre, wieder mehr Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für sich, sondern auch für andere. In der kleinsten Form, der Familie, gibt es ja noch viele Beispiele, wie das Zusammenspiel der Generationen funktionieren kann.

Wie Großeltern sich um Enkel kümmern, und diese später Hilfe von Kindern und Enkeln bekommen. Aber für solche Formen der Hilfe leben Familien immer seltener nah genug zusammen.

Notwendig wäre also ein flächendeckendes Netzwerk von Hilfsangeboten, die ähnliches leisten können: Mehrgenerationenhäuser, mehr Senioren-WGs, in denen sich Ältere gegenseitig unterstützen, und mehr Raum für weitere Projekte, in denen Alt und Jung zusammenkommen.

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