Werner Kolhoff, Kommentarfoto 2015
Werner Kolhoff.

Werner Kolhoff.

Krohnfoto

Werner Kolhoff.

Wenn ein Unternehmen seinen Manager verliert, obwohl der nicht weg will und auch nicht weg soll, dann ist irgendetwas gründlich schief gelaufen. Im Fall des Bahnchefs Rüdiger Grube ist es offenbar die Kommunikation zwischen dem Eigentümer Bund und dem Aufsichtsrat gewesen. Und dafür trägt Verkehrsminister Alexander Dobrindt die Verantwortung. Der CSU-Mann, der sich so liebevoll um die Maut und seine persönliche Zukunft in Bayern kümmert, hat diese wichtige Personalie schlecht gemanagt.

Grube ist ein Hanseat und hat seinen Stolz. Er hatte aus seiner Sicht alle Vorgaben des Eigentümers Bund erfüllt, die Bahn wieder in die Gewinnzone gefahren, die Pünktlichkeit verbessert, die Digitalisierung vorangebracht. So ein Manager, der auch andere Angebote hat, muss sich nicht in letzter Minute kleinlich drücken lassen, nicht beim Gehalt und nicht bei der Laufzeit, wenn es zuvor anders besprochen war.

Nun muss Dobrindt schnell einen ähnlich Guten finden, bevor das Unternehmen wieder in Turbulenzen gerät. Einen, der die Bahn liebt. Einen, der mit dem politischen Eigentümer Bund klar kommt und mit Hausgewerkschaften, die wie die GDL auch mal Richtung Prellbock fahren. Einen, den keine Privatisierungsphantasien treiben, sondern tatsächlich das Ziel, guter Dienstleister für die Kunden zu sein. Im Personenverkehr und mehr noch im Güterverkehr, wo die Bahn weiterhin die größten Probleme hat.

Einen, der die Mitarbeiter motivieren kann. Ronald Pofalla (CDU) wird das eher nicht sein, erstens, weil die SPD im Wahljahr die Bestellung des Ex-Kanzleramtschefs kaum mitmachen wird und zweitens, weil er noch nicht lange genug im Unternehmen ist. Für Pofalla kommt der Vorgang exakt die drei Jahre zu früh, die Grube gerne weitergemacht hätte, aber nicht durfte. Dumm gelaufen für alle Beteiligten. Hoffentlich nicht auch für die Bahnkunden.

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