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Andreas Reiter

Andreas Reiter

Sergej Lepke

Andreas Reiter

Die gute Nachricht zuerst: Auch wenn der exzentrische Milliardär Donald Trump am Super Tuesday in sieben Bundesstaaten als Vorwahlsieger hervorging, ist dies noch keine Vorentscheidung, wer wirklich als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ins Rennen gehen wird. Die schlechte Nachricht: Leider muss man sich mittlerweile zumindest an den Gedanken gewöhnen, dass Trump tatsächlich die Chance dazu besitzt, die ihm außerhalb der Grenzen der Vereinigten Staaten eigentlich niemand zugetraut hätte, als er mit viel Tamtam im vergangenen Jahr seinen Hut in den Kandidaten-Ring geworfen hat.

Als der 69-Jährige am 16. Juni 2015 – natürlich im Trump-Tower – seine Kandidatur bekanntgab, versprach er Arbeitsplätze. Auf seine Art. Er werde der großartigste Arbeitsplatz-Präsident sein, den Gott je erschaffen hat, verkündete Trump. Und sagte gleichzeitig zu, die Zuwanderung wirksam zu begrenzen. Diese Vermischung birgt ein schlimmes Potenzial und zielt auf jene weißen US-Amerikaner, an denen der Wohlstand vorbeigegangen ist. In den folgenden Monaten sorgte Trump vor allem mit rassistischen Entgleisungen für Eklats. Zunächst waren die Latinos in seinem Fokus, die Drogen und Kriminalität in die USA brächten. Kürzlich forderte Trump ein vorübergehendes Einreiseverbot für Muslime – und am Mittwoch sagte Trump der Bundesrepublik Deutschland wegen ihrer Einwanderungspolitik radikalislamischen Terrorismus voraus. Die Karte, Ausländer sind entweder kriminell oder bringen die Bürger um ihre Arbeitsplätze, zieht Trump immer wieder aus dem Ärmel. Mit entsprechendem Erfolg in Bevölkerungsschichten, die einfache Antworten hören wollen.

Momentan scheinen die Republikaner so uneins, dass sie den Durchmarsch Trumps zum Präsidentschaftskandidaten schwer aufhalten werden. Aber, selbst wenn dies passiert, gibt es ja noch einen Demokraten, der sich um das Amt des US-Präsidenten bewerben wird. Die besten Chancen hat Hillary Clinton. Sie wird schon lange nicht mehr als die Ehefrau von Ex-US-Präsident Bill Clinton wahrgenommen. Die 68-Jährige hat bereits seit der Jahrtausendwende ihr politisches Profil geschärft, zuletzt als hoch angesehene US-Außenministerin der Obama-Regierung. Hinter vorgehaltener Hand wünschen sich die Demokraten sogar Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten. Motto: Er hat gegen Hillary Clinton keine Chance.

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