Voll- und Teilzeitarbeit in Deutschland.

Stefan Vetter
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Stefan Vetter

Es ist gerade einmal zehn Jahr her, da war Deutschland mit über fünf Millionen Arbeitslosen konfrontiert. Heute wirkt diese Horrorzahl wie aus der Zeit gefallen. Die Erwerbslosigkeit erreicht mittlerweile immer neue Tiefstände, während die Beschäftigung von einem Rekord zum nächsten eilt. Und weil das so ist, rückt auch die Qualität der Jobs immer stärker in den Mittepunkt.

Wenn es heute deutlich mehr Teilzeitarbeit als noch zu Zeiten der deutschen Wiedervereinigung gibt, so ist das zunächst einmal ein Grund zur Freude. Denn vor allem in den alten Bundesländern sind dadurch viele Frauen überhaupt erst einmal ins Arbeitsleben gekommen. Frauen, die ansonsten hätten daheim bleiben müssen, um den Haushalt zu schmeißen, so wie es das überkommene Rollenverständnis der Geschlechter vorsah.

Inzwischen geben sich vor allem Frauen nicht mehr nur mit wenigen Arbeitsstunden zufrieden. Manche würden gern auf Vollzeit umsatteln, der größte Teil aber würde seine Teilzeit gern aufstocken. Das belegen zahlreiche Untersuchungen. Zieht man die gängige Definition in Betracht, wonach Teilzeit alles meint, was unterhalb der üblichen vollen Wochenarbeitszeit in einem Betrieb liegt, dann ist hier tatsächlich noch viel Luft nach oben. Darauf muss Politik reagieren, indem sie den rechtlichen Rahmen für eine Aufstockung der Stundenzahl schafft. Darauf müssen aber vor allem die Unternehmen reagieren, indem sie die Arbeit neu organisieren.

Warum zum Beispiel nicht auch stärker von zuhause schaffen, wenn sich Beruf und Familie dadurch besser vereinbaren lassen? Der Anwesenheitswahn in vielen Büros ist immer noch zu stark verbreitet.

Und sage keiner, es sei nicht genügend Arbeit da. Ende Juni gab es in Deutschland offiziell fast eine Million unbesetzte Stellen. Auch hier ist also noch viel Luft nach oben.

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