Michael Ballacks Aus schockt die Fußball-Nationalmannschaft.

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Von Christoph Fischer.

Von Christoph Fischer.

Von Christoph Fischer.

Düsseldorf. Der Ausfall von Michael Ballack ist ein herber Verlust für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Der Kapitän ist nicht nur ein herausragender Fußballspieler, sondern die unumstrittene Führungsfigur im Team von Bundestrainer Joachim Löw. Für Ballack ist kein adäquater Ersatz in Sicht.

Bitter ist die Verletzung vor allem für Ballack selbst. Die Weltmeisterschaft in Südafrika war für den 33-Jährigen die mutmaßlich letzte Chance seiner Karriere, mit der Nationalmannschaft noch einen großen Titel zu gewinnen. Deshalb ist es verständlich, dass Ballack seine Wut nach dem brutalen Tritt von Kevin-Prince Boateng im englischen Pokalfinale nur mühsam unterdrücken konnte.

Dass der Bundestrainer in dieser Situation dafür wirbt, dem Nationalspieler Ghanas keinen Vorsatz zu unterstellen, und seinen Halbbruder Jérome, der im Aufgebot von Löw steht, nicht "in diese Sache hereinzuziehen", spricht für seine Besonnenheit und verdient Respekt.

Dass im Trainingslager der Nationalmannschaft die Planspiele lange begonnen haben und Bastian Schweinsteiger darin eine große Rolle spielt, versteht sich von selbst. Schweinsteiger eilt mit dem FC Bayern München von Erfolg zu Erfolg, nach Meisterschaft und Pokalsieg will er in vier Tagen mit seinem Verein auch die Champions League gegen Inter Mailand gewinnen.

Eine Mannschaft, die sich als herausragend versteht, muss in der Lage sein, auch den Ausfall der Besten zu kompensieren. Dennoch gewinnt das Wort von Erfolgstrainer Felix Magath neues Gewicht, dass man im schnelllebigen Fußball niemals vorschnell endgültige Entscheidungen treffen sollte. Löw verzichtete frühzeitig und endgültig auf Torsten Frings von Werder Bremen, der nun in der Öffentlichkeit wieder gefordert wird.

Das alles muss nicht heißen, dass durch den Verlust von Ballack die Aussichten der Nationalmannschaft in Südafrika automatisch auf den Nullpunkt gesunken sind. In jeder Krise liegt schließlich auch immer eine Chance. Wenn der Bundestrainer nicht in der Lage ist, Ballacks Ausfall zu kompensieren, würde das zunächst nur heißen, dass er nicht die richtigen Spieler berufen hat. Die Aufgabe von Löw in Südafrika ist schwieriger geworden. Ein Ding der Unmöglichkeit ist sie noch nicht.

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