Der Todesschütze – ein radikalisierter Einzeltäter?

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Ein Kommentar von Wibke Busch.

Ein Kommentar von Wibke Busch.

Ein Kommentar von Wibke Busch.

Die US-Soldaten waren auf dem Weg zu einem gefährlichen Einsatz in Afghanistan, um dort gegen den Terror zu kämpfen. Zu Opfern wurden sie dort, wo niemand damit rechnete: Nicht nahe Kandahar, sondern am Frankfurter Flughafen. Der Terror, so sieht es nach allen derzeit vorliegenden Informationen aus, ist in Deutschland angekommen. Und die Umstände des Anschlags zeigen eine völlig neue Qualität der Gefährdung.

Noch tappen die Ermittler in vielen Bereichen im Dunkeln. Sicher ist, dass der 21-jährige Tatverdächtige nicht aus einem arabischen Land einreiste und dabei Spuren hinterließ. Der junge Mann hat zwar einen Migrationshintergrund, lebte aber fast sein ganzes Leben in Deutschland – in einem Vorort von Frankfurt. Unauffällig, möglicherweise nach außen hin völlig integriert.

Und doch lehnte er das Land, in dem er lebte, offenbar zunehmend ab, radikalisierte sich isoliert vor dem heimischen Computer, angespornt und aufgehetzt von radikalen Islamisten.

Und er handelte möglicherweise völlig allein, ohne organisatorische Hilfe terroristischer Netzwerke. Eine tickende Zeitbombe, die am Mittwoch explodierte. Dabei handelte er zugleich sehr planvoll und gezielt: Nur eine Ladehemmung seiner Waffe verhinderte, dass noch mehr Soldaten getroffen wurden.

Der Anschlag von Frankfurt macht sprachlos und wütend. Und er kann Angst machen. Jetzt angesichts einer neuen Gefährdungslage in Aktionismus und Panik zu verfallen, wäre jedoch die falsche Reaktion. Dies würde den radikalen Islamisten erst recht in die Hände spielen.

Wir sollten selbstbewusst zu unserer freiheitlichen Lebensweise stehen und stolz darauf sein, als offenes und tolerantes Land zu gelten. Das heißt nicht, blauäugig zu sein. Wir müssen uns konsequent gegen diejenigen wehren, die unverhohlen zu Hass und Gewalt aufrufen. Und gegen jene, die sich radikalisieren lassen und zu Terroristen werden.

Im Kampf gegen sie sind wir nicht machtlos. Auch der 21-jährige Tatverdächtige hinterließ deutliche Spuren – im Internet. Die Sicherheitskräfte müssen in die Lage versetzt werden, diese Spuren frühzeitig zu erkennen. Und wir alle müssen aufmerksam sein, Zivilcourage zeigen und dabei helfen, unsere Lebensweise zu verteidigen.

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